IOC-Chef Bach zu Verschiebung: „Nicht aus dem Bauchgefühl“

IOC-Präsident Thomas Bach hat den Vorwurf einer zu zögerlichen Haltung vor der Verschiebung der Olympischen Spiele in Tokio aufgrund der Corona-Pandemie zurückgewiesen. Er könne die Emotionen gut nachvollziehen, sagte der 66-Jährige in einem Interview der „Welt am Sonntag“. Man dürfe aber „in solchen emotionalen Situationen nicht aus dem Bauchgefühl heraus entscheiden“, meinte der Funktionär.

Als Verantwortungsträger müsse man viele Dinge abwägen, „schließlich geht es um das langfristige Überleben der Olympischen Spiele und um das Kulturgut Olympische Spiele.“ Die einzig mögliche kurzfristige Entscheidung wäre eine Absage gewesen, und die habe keiner der Athletenvertreter aus aller Welt in der gemeinsamen Telefonkonferenzen gewollt, betonte der Chef des Internationalen Olympischen Komitees.

Das IOC hatte am 24. März bekannt gegeben, wegen der rasanten weltweiten Ausbreitung des Coronavirus die Olympischen Spiele in diesem Sommer ausfallen zu lassen. Wenig später wurde entschieden, die Spiele um fast exakt ein Jahr (23. Juli bis 8. August 2021) zu verlegen. Bach und dem IOC war vorgeworfen worden, eine Entscheidung über die Olympischen Spiele angesichts der globalen Corona-Gefahr zu lange hinausgezögert zu haben.

Eine komplette Absage der Spiele war nach Aussage von Bach kein Thema. „Um auch da Verschwörungstheorien entgegenzutreten, muss klar gesagt werden, dass das IOC gegen eine Absage versichert gewesen wäre, was wir gegen eine Verschiebung nicht sind“, sagte der ehemalige Fechter. „Für eine Verschiebung braucht es aber die Zustimmung des Organisationskomitees, das bereit sein muss, ein Jahr länger zu arbeiten, und die japanische Regierung muss bereit sein, die Vorbereitungen weiterhin zu unterstützen.“

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