NEOS kritisieren „Chaos“ bei Informierung von Risikogruppen

Das Gesundheitsministerium will diese Woche Kriterien vorlegen, welche Personen in der Corona-Krise zur Risikogruppe zählen und damit von zu Hause aus arbeiten sollten. Dafür wurde vergangene Woche ein Fachbeirat eingerichtet. Kritik daran kam am Ostermontag neuerlich von den NEOS. Deren Gesundheitssprecher Gerald Loacker bemängelte gegenüber der APA das damit verbundene „Chaos“.

„Die Idee der Regierung, einen Brief an die Risikogruppen zu schreiben, hat nur völlige Unsicherheit unter den Patienten, heiße Telefone bei den Ärzten und viele Fragen in den Unternehmen gestiftet“, so Loacker. Seit 14 Tagen würde sich niemand auskennen, „was da jetzt gilt und was nicht“.

Zudem hält Loacker eine Selektion, wer zur Risikogruppe gehört, anhand der Medikation nicht für sinnvoll, schließlich sei der Hauptrisikofaktor das Alter, wie verschiedene Daten zeigten. Dringender bräuchte es daher ausreichend Schutzausrüstung und regelmäßige Tests für das medizinische Personal in Alters- und Pflegeheimen, argumentierte Loacker: „Die Regierung soll das Briefeschreiben also bitte einfach sein lassen und lieber dafür sorgen, dass das Personal in den Pflegeheimen, Altersheimen, Krankenhäusern und Arztpraxen endlich mit ausreichend Sicherheitsbekleidung ausgestattet wird.“

Dem vom Gesundheitsministerium installierten Fachbeirat gehören jeweils drei Experten des Sozial- und des Arbeitsministeriums an, sowie des Dachverbandes der Sozialversicherungsträger und der Ärztekammer. Diese Woche soll er definieren, wer während der Corona-Krise zur Risikogruppe zählt. Im individuellen Fall hat dann der behandelnde Arzt die Risikosituation zu beurteilen und muss gegebenenfalls ein Attest ausstellen.


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