Trauriger Rekord durch Altenheime im Bezirk Kufstein

Im Bezirk Kufstein waren von 26 Corona-Toten 20 Bewohner von Alten- und Seniorenheimen. Allein zehn davon in Reith im Alpbachtal.

Im Krankenhaus Kufstein wurden zahlreiche Corona-Patienten behandelt.
© Otter

Von Wolfgang Otter

Kufstein –26 Menschen (Stand 14. April), die an einer Covid-19-Erkrankung verstorben sind – damit hält der Bezirk Kufstein einen traurigen Rekord. Im Vergleich dazu haben Landeck und Innsbruck-Land je zehn Tote. Landesweit waren es gestern 72. Eine Erklärung für diese Zahlen ist in der Statistik nur schwer zu finden. Das Dashboard des Gesundheitsministeriums weist für Landeck 949 positiv getestete Personen aus, Kufstein hat bislang 482, also knapp die Hälfte.

Primar August Zabernigg. Leiter der Station für Interne Medizin am Krankenhaus Kufstein, berichtet von verstorbenen Patienten, „die alt waren und eine hohe Co-Morbidität aufwiesen“. Also bereits entsprechende Vorerkrankungen hatten. Nur ganz am Anfang der Corona-Pandemie sei eine jüngere Patientin so spät ins Krankenhaus gekommen, dass ihr nicht mehr geholfen werden konnte.

Das Land Tirol liefert auf Anfrage der Tiroler Tageszeitung die erschreckende Erklärung für die hohe Quote an Corona-Verstorbenen: „20 Personen waren Bewohner von Alten- und Pflegeheimen im Bezirk. Von den 26 Verstorbenen waren zehn im Altenwohnheim Reith im Alpbachtal zu verzeichnen“, erklärt man seitens des Landespressedienstes.

Im Bezirk hatte man, wie berichtet, zwei Alten- und Seniorenheime räumen müssen. Eines davon war in Brandenberg, wo man von fünf Toten ausgeht und wo vorgestern wieder der Betrieb aufgenommen werden konnte. Das zweite war das Marienheim in Reith im Alpbachtal.

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Primar August Zabernigg rät, weiterhin die empfohlene Distanz einzuhalten. Er betrachtet das Tragen von Masken als absolut sinnvoll, wenn es auch unangenehm sei, wie er einräumt. Für ihn sollte man diese Pflicht noch längere Zeit aufrecht halten.


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