Bolschoi Theater hat mit Streamings Erfolg

Das weltberühmte Bolschoi Theater in Moskau zeigt im Internet bis 11. Mai noch mehr seiner oft ausverkauften Ballett- und Opernaufführungen. Das legendäre Staatstheater bringt auf seinem Youtube-Kanal von Mittwoch an Spitzenballette wie „Le Corsaire“ und „Don Quichotte“ sowie die bisher letzte Premiere der Oper „Sadko“ von Nikolai Rimski-Korsakow.

Das größte russische Theater hatte zuletzt erstmals überhaupt seine Kassenschlager im Internet kostenlos gezeigt, darunter auch die Spitzenballette „Schwanensee“ und „Dornröschen“. Dafür sind sonst kaum Tickets zu bekommen. Die ersten sechs Übertragungen hätten 6,5 Millionen Aufrufe in den zwei Wochen gehabt und Zuschauer in 134 Ländern erfreut, teilte das Theater am Dienstag mit.

Wie viele Kultureinrichtungen weltweit ist das Bolschoi wegen der Corona-Krise voraussichtlich bis Ende dieser Spielzeit geschlossen. „Unsere lieben Besucher sind zur Selbstisolation verdammt“, sagte Bolschoi-Generaldirektor Wladimir Urin. „Deshalb haben wir entschieden, die Übertragung unserer Aufführungen im Internet fortzusetzen. Zumal das den Leuten offenkundig viel Freude bringt.“

Die Aufführungen sind jeweils nur 24 Stunden online abrufbar - Start ist 18.00 Uhr MESZ wie bei einem richtigen Theaterabend in Moskau. Das Ballett „Spartakus“ ist am 18. April zu sehen - zu Ehren des früheren Bolschoi-Stars Wladimir Wassiljew, der an dem Tag 80 Jahre alt wird. „Wir wollten ihm einen Ehrenabend im Theater bereiten, aber das Leben ändert Pläne“, sagte Urin. Die Oper „Sadko“ des Regiestars Dmitri Tschernjakow wiederum wird am 11. Mai zu sehen sein, wenn der Künstler 50 Jahre alt wird.

Theaterchef Urin hatte zuletzt in einem Interview gesagt, dass das Bolschoi mit viel Glück wohl erst im Herbst zur neuen Spielzeit wieder öffnen könne. Die Einnahmeverluste beliefen sich auf neun Millionen Rubel am Tag (112.000 Euro).


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