Nations League im Herbst wackelt

Ein Großteil der geplanten Länderspiele des Fußball-Jahres wird möglicherweise erst 2021 ausgetragen werden können. Diese Meinung vertritt der Vizepräsident des Weltverbandes FIFA, Victor Montagliani, der eine Corona-Arbeitsgruppe der FIFA leitet. Es sei damit zu rechnen, dass die Reisebeschränkungen wegen der Pandemie länger andauern würden.

Betroffen davon wären dann auch die ab 3. September 2020 geplanten Spiele der Nations League, deren Start für das ÖFB-Team mit dem Doppeltermin in Norwegen (4. September) und zuhause gegen Rumänien (7. September) geplant wäre. Anfang Oktober und Mitte November stünden insgesamt vier weitere Partien im Kalender. Der ÖFB hatte sich für Herbst zuletzt auch mögliche Nachtragstermine von im Frühjahr abgesagten Freundschaftsspielen angeschaut, der europäische Verband UEFA Planspiele mit bis zu acht Länderspielen im Herbst angestellt.

Geht es nach Montagliani, wackeln jene Erwägungen bedenklich. Sogar die Qualifikation für die Weltmeisterschaft in Katar müsste nach der Auffassung Montaglianis, seines Zeichens Präsident des Verbandes für Nord- und Mittelamerika sowie der Karibik (CONCACAF), möglicherweise verkürzt werden, da der Zeitrahmen für das im November 2022 beginnende Turnier enger werde. Die europäische Qualifikation für die Katar-WM steht ab Ende März auf dem Programm, ab 11. Juni soll zudem die verschobene EURO nachgeholt werden.

Der Kanadier Montagliani leitet eine FIFA-Arbeitsgruppe, die Pläne formuliert, um die Herausforderungen des Sars-CoV-2-Virus zu meistern. Seit dem vergangenen Monat ruht in nahezu allen Teilen der Welt der Spielbetrieb. Die FIFA hat alle für März und Juni angesetzten Länderspiele abgesagt. Montagliani glaubt nun, dass auch die vorgesehenen Fenster für Spiele der Nationalmannschaften im Herbst gestrichen werden könnten. „Ich persönlich denke, dass dies eine Herausforderung sein könnte, sowohl wegen der Gesundheitsprobleme auf der ganzen Welt, als auch wegen internationaler Reisen“, sagte Montagliani in einem Interview der Nachrichtenagentur AP.

Der nationale Fußball habe jetzt Priorität. Die Ländervergleiche im September stünden noch im Kalender, „aber ich möchte sagen, dass ich da nicht sicher bin, wie sich die Dinge derzeit entwickeln“. Die Rückkehr der Zuschauer in die Stadien könnte davon abhängen, dass ein Impfstoff gegen die Covid-19-Krankheit gefunden werde - und das sei möglicherweise erst 2021. Eine vollständige Wiederaufnahme des Fußballs im Jahr 2020 ist in Teilen der von der Pandemie am stärksten betroffenen Welt, einschließlich Europa und Nordamerika, möglicherweise nicht möglich, befürchtet der FIFA-Funktionär.


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