Nach ersten Lockerungen: Sich endlich wieder etwas Gutes wie Kunst gönnen

Langsam öffnen die privaten Galerien wieder für ihre kunstsüchtige Klientel. Rauschende Vernissagen wird es aber wohl noch länger nicht geben.

Die raumgreifende Malerei von Florin Kompatscher „umarmt“ die derzeit nach Voranmeldung zugängliche Innsbrucker Galerie Thoman.
© WEST. Fotostudio

Von Edith Schlocker

Innsbruck – Die Ware Kunst, mit der Galerien handeln, ist zwar eine der sehr speziellen Art, von ihrem Wesen her sind Galerien aber letztlich Geschäfte. Und die können bekanntlich, sofern sie nicht größer als 400 Quadratmeter sind, seit dieser Woche wieder offenhalten. Sehr zur Freude der meisten Galeristen genauso wie zu der ihrer kunsthungrigen Kundschaft.

Bereits am ersten wieder offenen Tag hätten 19 potentielle Kunden seine Galerie besucht, sagt der Reither Galerist Gottfried Schmidt. Um sie durch sein mit Kunst der unterschiedlichsten Art prall gefülltes Depot zu führen. Daneben bereitet er derzeit seine parallel zum Europäischen Forum Alpbach geplante große Sommerausstellung vor, die dem jungen Tiroler Patrick Scherer gewidmet sein soll. Ob Forum wie Ausstellung stattfinden werden, sei derzeit allerdings noch unsicher, so Schmidt. Eine traditionell zu einem großen Fest werdende Vernissage werde es bei dem sicher noch länger geltenden Versammlungsverbot allerdings ziemlich sicher nicht geben.

Ohne Eröffnungsevent muss auch die nächste, ab 5. Mai laufende Schau der Innsbrucker Galerie Maier auskommen, die bis auf Weiteres wochentags am Vormittag offen hat. Derzeit hängen noch die Bilder von Norbert Drexel an den Wänden, die von Klaus Stephan bzw. die Skulpturen von Otto Eder trudeln langsam ein. Wie die Besucher, hofft Stefanie Moser-Maier.

Herbert Hinteregger bei der Produktion einer Arbeit für „Intermezzo II“ in der Galerie Kugler.
© galerie kugler

Durch die Ausstellung „Intermezzo I“ in der Innsbrucker Galerie Kugler kann derzeit wieder leibhaftig spaziert werden, genauso wie ab 24. April durch „Intermezzo II“, die u. a. mit Arbeiten von Herbert Hinteregger, Patrycja German, Tobias Hantmann und Anna Kolodziejska bestückt sein wird.

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Nach telefonischer Vereinbarung kann auch die Innsbrucker Galerie Thoman besucht werden, deren Wände derzeit noch in großem Gestus von Florian Kompatschers Malereien „umarmt“ werden. In der Krise haben Elisabeth und Klaus Thoman ganz auf den virtuellen Kunst-Auftritt gesetzt, was erstaunlich gut funktioniert habe, so die Galeristin. Gäbe es doch mehr Menschen als man glauben würde, die sich gerade in Zeiten wie diesen etwas Gutes wie Kunst gönnen möchten. Nicht zuletzt wegen des derzeitigen Reiseverbots sei die Planung zukünftiger Ausstellungen allerdings problematisch.

Wann Johann Widauer aufsperren wird, kann der Innsbrucker Galerist nicht sagen. „Vielleicht Mitte Mai für einzelne Besucher“, sagt er, wenn die mit spektakulärten Objekten bestückte Personale von Oliver Laric aufgestellt ist. Verlängert bis Ende April hat Mathias Mayr die Personale von Ernst Schroffenegger (1905–1994)in seiner Mariahilfer Galerie. An einen vergessenen Tiroler Maler und Grafiker erinnernd, dessen Werk ein in jeder Weise heterogenes ist.Mitte Mai will Birgit Fraisl ihr neues artdepot in der Innsbrucker Riesengasse unaufgeregt still mit „ihren“ Künstlern eröffnen. Das große Willkommensfest soll sobald wie möglich nachgeholt werden.

Bis die Museen bzw. von der öffentlichen Hand lebenden Galerien und Kunsträume wieder aufsperren, wird es dagegen noch bis mindestens Ende Juni dauern.


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