Platter will „tiefgreifende Analyse“ des Krisenmanagements

Der Tiroler Landtag ist am Donnerstag zu einer Sondersitzung in Sachen Coronavirus zusammengekommen. In der „Aktuellen Stunde“ kündigte Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) einmal mehr eine „tiefgreifende Analyse“ des Tiroler Krisenmanagements an. „Ich verstehe, dass es mit dem Wissen von heute Kritik an der einen oder anderen Entscheidung gibt“, erklärte Platter.

Er sei auch „betroffen“, dass sich augenscheinlich viele Gäste, die in Tirol auf Urlaub waren, mit dem Virus angesteckt haben. Die tiefgreifende Analyse müsse aber nicht nur in Tirol, sondern auch in Österreich, Europa und der ganzen Welt passieren, so Platter.

Einmal mehr betonte der Landeshauptmann aber, dass „alle Entscheidungen gemeinsam mit Experten auf Landes- und Bundesebene nach bestem Wissen und Gewissen und auf Basis der vorliegenden Erkenntnisse“ getroffen worden seien. Erneut argumentierte Platter, dass das aufgrund der Italien-Nähe und des starken Tourismus-Fokus besonders betroffene Tirol das erste Bundesland war, das einschneidende Maßnahmen vorgenommen habe. „Wir waren die ersten, die Betriebe geschlossen haben, die Skigebieten geschlossen haben, die die Wintersaison beendet haben, die alle Gemeinden unter Quarantäne gestellt haben“. Es gebe aber kein „fertiges Pauspapier“, wie man mit einer solchen Krise umzugehen habe. Niemand weltweit habe ein solches in der Schublade gehabt.

„Wir haben die Krise bis jetzt gut überstanden“, verwies Platter auf die stetig sinkenden Infizierten-Zahlen im Bundesland und ausreichende Bettenkapazitäten. Nun gehe es darum, eine Balance zwischen Gesundheit, Freiheit und Wirtschaft zu finden. Wenn man diese Linie konsequent weiterverfolge, werde man auch eine Chance auf halbwegs Normalität in Gastronomie und Tourismus haben. Auch der zuletzt massiv in die Kritik geratene Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg (ÖVP) meldete sich zu Wort. Auch er betonte, dass die Entscheidungen „nach bestem Wissen und Gewissen“ erfolgt seien. Nach der Krise werde man aber „alles auf den Prüfstand stellen“ - auch in Tirol.

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Der Landtag kam zur Sondersitzung zusammen, um eine Vielzahl dringlicher Regierungsvorlagen zu beschließen, die in den vergangenen Wochen auf den Weg gebracht worden waren. Beinhaltet sind Hilfsmaßnahmen über 100 Millionen Euro. Dabei geht es unter anderem um Gelder für den Ankauf medizinischer Güter, für Notkrankenstationen und Krankenhäuser, den Arbeitnehmerfonds über zehn Millionen Euro sowie Zinszahlungen für Einpersonenunternehmen und Klein- und mittelständische Betriebe.

An der Sitzung nahmen aus Sicherheitsgründen nur 20 Abgeordnete teil. Die Mandatare sowie Regierungsmitglieder trugen alle Schutzmasken. Die Reden wurden hinter Plexiglasscheiben gehalten. Journalisten konnten die Debatte über Livestream verfolgen.


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