Taliban lassen weitere Gefangene frei - Tote bei Gefechten

Die militant-islamistischen Taliban haben nach eigenen Angaben 20 weitere Gefangene freigelassen. Dabei soll es sich um afghanische Soldaten handeln, die in der östlichen Provinz Laghman freikamen, wie Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid am Donnerstagabend (Ortszeit) twitterte. Die Regierung in Kabul äußerte sich zunächst nicht dazu.

Für den Gefangenenaustausch hatten die Taliban am Sonntag erstmals 20 Männer freigelassen. Dabei handelte es sich aber nach Behördenangaben um Zivilisten, nicht um Soldaten. Die Regierung hat ihrerseits seit vergangener Woche 361 Taliban auf freien Fuß gesetzt.

Der Gefangenenaustausch war als Vorbedingung für innerafghanische Friedensgespräche in ein Abkommen aufgenommen worden, das die USA mit den Taliban am 29. Februar in Doha (Katar) unterzeichnet hatten. Die Regierung in Kabul war nicht daran beteiligt worden, weil die Taliban direkte Gespräche mit ihr abgelehnt hatten. Bis zu 5.000 inhaftierte Taliban sollten im Tausch gegen 1.000 von den Rebellen festgehaltene Gefangene freikommen. Seit Wochen streiten zudem der amtierende Präsident Aschraf Ghani und sein ehemaliger Regierungsgeschäftsführer Abdullah Abdullah um die Macht in Kabul.

EU-Vertreter in Afghanistan forderten am Donnerstag erneut die zerstrittene politische Elite im Land zur Bildung einer Einheitsregierung auf. Der Friedensprozess im Land müsse so schnell wie möglich beginnen.

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Bei Angriffen der Taliban in der Nacht auf Donnerstag starben indes neun Soldaten und zwei Polizisten. Die Soldaten seien in der südöstlichen Provinz Logar bei einem Angriff auf einen Kontrollposten getötet worden, teilte das afghanische Verteidigungsministerium am Donnerstag auf Twitter mit. Die Taliban seien zurückgeschlagen worden und hätten ebenfalls Verluste erlitten. In der nördlichen Provinz Kundus starben nach Angaben eines Provinzrats zudem zwei Polizisten nach einem Angriff in der gleichnamigen Provinzhauptstadt.


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