Projekt Elternseite.at: Tipps für Eltern in der Corona-Krise

Gemeinsam mit „Rat auf Draht" hat das SOS-Kinderdorf das Projekt Elternseite.at ins Leben gerufen, um Familien mit Tipps unter die Arme zu greifen.

Corinna Harles gibt in der Krise auf Elternseite.at Tipps.
© Elternseite.at

Keine Ausflüge, keine Besuche von Freunden, dafür ein beengtes Familienleben. Viele Eltern bemühen sich sehr, Kinder und Arbeit im Home-Office unter einen Hut zu bringen. Trotzdem fühlen sie sich wie schlechte Mütter und Väter, weil sie dem Nachwuchs weniger bieten können als sonst. Gemeinsam mit „Rat auf Draht" hat das SOS-Kinderdorf nun das Projekt Elternseite.at ins Leben gerufen, um Familien mit Tipps unter die Arme zu greifen:

1️⃣ „Sie sind gerade tolle Eltern!", findet Rat-auf-Draht-Psychologin Corinna Harles bestärkende Worte. Eltern seien Vorbilder, die jetzt Werte wie Zusammenhalt und Rücksichtnahme vermitteln. Sie sollten ihren Kindern die Situation ehrlich und altersgerecht erklären. Denn wenn Kinder verstehen, warum sie etwas tun sollten, falle es ihnen leichter, Regeln einzuhalten.

2️⃣ Über den Tellerrand schauen: Eltern sollten darüber nachdenken, wie gewohnte Aktivitäten anders umgesetzt werden könnten, so Harles. Als Beispiele nennt sie z. B., ein kleines Trampolin zum Austoben im Zimmer aufzustellen oder gemeinsame Spiele der Kinder über Skype zu erlauben. Insgesamt empfiehlt die Psychologin den Eltern, ein bisschen nachsichtiger zu sein als sonst.

3️⃣ „Sprechen Sie darüber!", lautet der dritte Tipp der Psychologin. Wer mit seinem Kind mitleidet, weil dieses so viele Einschränkungen erlebt, darf ruhig mit ihm darüber sprechen und es trösten. Eventuell ergeben sich daraus auch Ideen für den Alltag.

4️⃣ Pläne schmieden! Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude. „Machen Sie eine Vorfreude-Liste an Unternehmungen, die sie unbedingt nach der Krise gemeinsam erleben wollen", sagt Harles.

5️⃣ Da sein. Für das Kind da zu sein, bedeutet, es ernst zu nehmen. „Hören Sie ihm in seinen Wünschen, Sorgen und Ängsten zu", sagt die „Rat auf Draht"-Expertin. Das Gefühl der Verbundenheit sei das Wichtigste, was man dem Kind in der schwierigen Situation geben könnte.

6️⃣ Auf Positives fokussieren. Auch Eltern sind nur Menschen und können keine Wunder bewirken. „Versuchen Sie nichts Unmögliches von sich selbst zu erwarten", so Harles. Es gelte den Blick darauf zu lenken, was einem gut gelingt und sich als Eltern auch selbst Auszeiten zu gönnen, um Kraft zu tanken. (TT)


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