Mundschutzmasken für Reutte hängen seit zwei Wochen im Zoll fest

Ein Außerferner Unternehmer hätte 500 Masken einer chinesischen Spende zu verschenken – sie sind in Innsbruck, aber nicht freigegeben.

Hunderte Mundschutzmasken (Symbolbild) liegen beim Zoll in Innsbruck und warten seit Anfang April auf ihre Freigabe.
© APA

Von Helmut Mittermayr

Reutte, Innsbruck – Mit jedem Tag mehr fallen dem Außerferner Unternehmer Markus Moll stärkere Kraftausdrücke ein. Nach „Amtsschimmel“ und „Wo bleibt der Hausverstand?“ machte er gestern ein Update auf „Skandal“. Der Ehrwalder, der in Pflach ein internationales Stahlmarktforschungsunternehmen betreibt, hat von einem chinesischen Stahlwerk als besondere Geste an Österreich 500 Mundschutzmasken zugesandt bekommen. Ein Geschenk, das Moll sofort an die Wirtschaftskammer Reutte zur Verteilung weiterschenken wollte. Die Masken sind zwar seit 2. April in Innsbruck, bekommen hat er sie aber immer noch nicht. Die Zollabwicklung mit DHL Österreich verzögert sich.

Am 28. März wurde das Präsent in Shanghai aufgegeben. „Das war noch zu einer Zeit, in der man wirklich jede einzelne Maske bei uns dringend gebraucht hätte“, sagt Moll und weiter: „Ich wurde von DHL verständigt, dass die Lieferung am 2. April angekommen ist und die Einfuhr wegen der Bedeutung beschleunigt abgewickelt wird.“ Inzwischen sind zwei Wochen vergangen und Moll wartet immer noch auf die Beschleunigung. In mehreren Telefonaten und Schreiben hat das „Zollservice Import (DHL AT)“ Nachbesserungen der Unterlagen von Moll verlangt. Auch wenn es ein Geschenk sei, das er weiterschenke, seien die Masken ja in China gekauft worden. Dafür werde ein Wertnachweis benötigt, hieß es. Der Außerferner ließ sich die chinesische Originalrechnung schicken und erklärte bei DHL, dass es ihm nicht ums Geld gehe. Er sei bereit, Zollkosten in egal welcher Höhe sofort zu übernehmen, um die Masken freizubekommen.

Immer wieder wurden seitens DHL neue Aufgaben ins Spiel gebracht. Gestern Freitag, 17. April, etwa eine „korrekte Rechnung“, die in einem weiteren Formular auszufüllen sei. Zudem eine Erklärung, diese Mund-Nasen-Schnellmasken nicht in den medizinischen Verkehr zu bringen. „Warum haben sie mir das nicht schon vor zwei Wochen gesagt?“, ärgert sich Moll, der sich inzwischen schon bald vor dem chinesischen Donator und den Außerferner Einrichtungen schämt, denen die Masken via WK Reutte versprochen wurden.

DHL-Österreich-Sprecher Michael Viehböck versteht den Ärger Molls, verweist aber darauf, dass es seit einer in China hergestellten Lieferung von untauglichen Masken nach Südtirol extrem verschärfte Kontrollvorgaben des österreichischen Zolls gebe, an die das Unternehmen gebunden sei. Zudem seien diese Zollvorschriften in den letzten Tagen dauernd nachgebessert worden. Diese hätten wiederum an die Kunden weitergegeben werden müssen. Moll sei hier nicht der einzige Betroffene. Viehböck versprach, dass die Sendung nun prioritär behandelt werde.

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