Coronakrise als Chance für Naturpark Karwendel

Zurück zur Natur – unter diesem Motto will der TVB Seefeld nach Corona das Potenzial des Karwendels voll ausschöpfen.

Das neue Besucherzentrum (l.) sowie das Museum Holzerhütte (r.) bilden in Scharnitz ein würdiges Tor zum Karwendel.
© Naturpark Karwendel

Von Denise Daum

Scharnitz – Deutlich unter Wert geschlagen wurde der Naturpark Karwendel bislang, ist Christian Wandl überzeugt. Der Leutascher Hotelier sitzt im Vorstand des Tourismusverbands Olympia­region Seefeld und hat nicht nur ein „Riesenherz“ für das Karwendel, sondern war auch eine der treibenden Kräfte für das große Infrastrukturprojekt in der Scharnitzer Länd. Mit dem gerade fertig gestellten Besucherzentrum soll nicht nur das Tor zum Karwendel standesgemäß präsentiert werden. „Wir wollen uns auch klar als Zentrum des Naturparks präsentieren“, betont Wandl. Nachsatz: bevor dies andere Regionen tun.

Eines steht für den TVB-Vorstand fest: Die aktuelle Coronakrise kann eine große Chance für die Olympia­region sein. „Die Gäste wollen nach der Krise noch mehr zurück zur Natur. Und wir tun uns leichter, auf nachhaltigen Tourismus umzustellen. Wir haben das Potenzial dazu.“ Wichtig sei, die Natur erlebbar zu machen. Die Besucher – und Wandl schließt hier die Einheimischen ganz klar mit ein – müssen geleitet werden. „Die Natur muss auf sicherem Weg erlebbar gemacht werden.“

Fast fünf Jahre lange investierte der Naturpark Karwendel rund um Geschäftsführer Hermann Sonntag Zeit, Liebe und wohl auch einige Nerven in das Projekt in der Länd. Insgesamt wurden 2,1 Millionen Euro investiert; davon ca. 550.000 Euro für das Museum Holzerhütte, das sich der regionalen Aufarbeitung der Holztrift widmet. In das moderne Naturpark-Info­zentrum wurden 1,2 Millionen Euro investiert, der Rest floss in die Gestaltung des Außen­geländes. Neben zahlreichen Förderungen wurde das Projekt vom Naturpark, dem Tourismusverband Seefeld und der Gemeinde Scharnit­z finanziert.

Mit dem Abschluss des Infra­strukturprojekts geht es nun aber erst so richtig los, wie Sonntag sagt. „Das Werkel muss auch funktionieren. Dazu braucht es eine enge Zusammenarbeit der drei Partner Naturpark, TVB und Gemeinde Scharnitz. Jeder muss seinen Beitag leisten.“

Die Öffnung Ende Mai dürfte aufgrund der aktuellen Situation hinfällig sein, auch das ursprünglich für den Sommer geplante Programm mit Veranstaltungen und Ausstellung wird sich verschieben. Die Weiterentwicklung des Naturparks ist aber nur aufgeschoben.


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