Moskau verlängerte Ausgangssperren bis 1. Mai

In der russischen Hauptstadt Moskau hat Bürgermeister Sergej Sobjanin die von der Polizei streng überwachten Ausgangssperren bis zum 1. Mai verlängert. Im russischen Machtzentrum waren wegen der Coronavirus-Pandemie ursprünglich bis Sonntag Ausgehverbote angesetzt. Sobjanin sagte am Samstag, dass auch die Schließung des Großteils der Betriebe bis zum 1. Mai verlängert werde.

Wer in der Millionenstadt etwa zur Arbeit oder zum Arzt muss, ist unter Androhung von Strafen verpflichtet, einen Passierschein bei der Stadt zu beantragen und mit sich zu führen. Spaziergänge oder Sport im Freien sind verboten. Es wurden bereits Hunderte Geldstrafen verhängt. Erlaubt sind Einkäufe, Gassi gehen mit dem Hund und der Gang zum Müllcontainer. Die so bezeichnete Selbstisolation soll verhindern, dass sich die Krankheit Covid-19 unkontrolliert ausbreitet und so das medizinische System in Russland zusammenbrechen lässt.

Bürgermeister Sobjanin sprach von Erfolgen im Kampf gegen das Virus. Eine explosionsartige Ausbreitung sei verhindert worden. „Das ist ein erster, ein bescheidener, aber ein sehr wichtiger Erfolg“, betonte er.

Staatspräsident Wladimir Putin hatte bis Ende des Monats arbeitsfrei bei voller Lohnfortzahlung angeordnet. Allerdings arbeiten viele Unternehmen weiter, die entweder systemerhaltend sind oder einfach um ihr Überleben kämpfen. Deshalb hatte Sobjanin mehrere Zwangsschließungen verfügt.

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Massive Kritik gab es zuletzt an seinem Vorgehen, weil die Polizeikontrollen in der Moskauer U-Bahn zu dichten Menschenansammlungen geführt hatten. Die Stadt sah sich dem Vorwurf ausgesetzt, Tausende Menschen der Gefahr einer Ansteckung ausgesetzt zu haben.

Die Corona-Infektionszahlen nehmen in Russland rapide zu. Am Samstag stieg die Zahl um 4.758 - der höchste Zuwachs bisher - auf mehr als 36.000 Fälle landesweit. Nach offiziellen Angaben starben 313 Menschen bisher am bzw. mit dem Virus. Genesen seien 3.057 Menschen, hieß es.


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