Nächtigungen brachen im März in Tirol um 58 Prozent ein

Mitte März wurde die Wintersaison in Tirol wegen der Corona-Pandemie abgebrochen – mit massivem Niederschlag in der Nächtigungsbilanz.

Das vorzeitige Saisonende dürfte Tirol heuer bis Ende April etwa 5 Mio. Nächtigungen und wohl Umsätze jenseits der Milliarde Euro kosten.
© Thomas Böhm

Von Alois Vahrner

Innsbruck – Südtirol hatte diesen radikalen Schritt bereits eine Woche vorher gesetzt, mit 15. März waren dann aber auch in Tirol alle Seilbahnen, Hotels und Restaurants dicht – ein Monat vor Ostern und sogar bis zu eineinhalb Monate vor dem geplanten Saisonende in sehr hoch gelegenen Skigebieten.

Statt des vorher nach deutlichen Zuwächsen programmierten Rekordwinters für Tirols Tourismus und die Seilbahnen gibt es durch die Vollbremsung tiefrote Zahlen. Laut der jetzt beim Land Tirol vorliegenden Bilanz gab es bereits im März ein massives Nächtigungsminus von 58,1 Prozent auf knapp 2,55 Millionen. Die Zahl der Gästeankünfte brach sogar um 67,5 Prozent auf etwas über 436.000 ein. Durch das abrupte Ende Mitte März ist die Winterbilanz bereits vor dem April ins Minus gerutscht: Die Zahl der Ankünfte ging um 10,1 Prozent auf 4,97 Millionen zurück, jene der Nächtigungen um 8,2 Prozent auf etwas mehr als 22,88 Millionen. Der bisher beste Tourismuswinter aller Zeiten datiert aus dem vorletzten Jahr mit damals 27,58 Millionen Nächtigungen. Heuer wäre möglicherweise die Marke von 28 Millionen geknackt worden, der Corona-Shutdown kostete also mehr als 5 Millionen Nächtigungen. Trotz des vorzeitigen Saison-Abbruchs liegt man aber immerhin noch auf dem Niveau des Jahres 2000.

Laut einer in dieser Woche präsentierten Studie von Manova im Auftrag des Fachverbands der Seilbahnen bedeutete die Saison-Vollbremsung um 8,1 Mio. weniger Gäste in Österreichs Skigebieten und für den Tourismus österreichweit den Ausfall von 7,4 Mio. Übernachtungen. Laut den Manova-Experten riss das bei den Seilbahnunternehmen ein Umsatzloch von 250 Mio. Euro und für die gesamte Tourismusbranche sogar von 1,84 Mrd. Euro. Tirols Tourismusbranche blickt trotz des geplanten langsamen Hochfahrens aber einer sehr unsicheren Sommer- und möglicherweise dann auch noch Wintersaison entgegen.

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