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70 Jahre Bulli: Ein Auto mit gefühlten tausend Aufgaben

Wirtschaftswunder, Hippie-Mobil, Familienkutsche und Wohnzimmer auf vier Rädern. Vor 70 Jahren produzierte Volkswagen erstmals den Bulli.

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Der T6 ist die neueste Version des VW-Bulli. Der California (Bild) ist bei Campern beliebt.
© VW

Von Manuel Lutz

Macht man sich auf die Suche nach einem Fahrzeug, das so gut wie alle Bedürfnisse stillt, wird zumeist der VW Bulli genannt. Denn das kastenförmige Gefährt ist ein wirklicher Allrounder. Als Transporter für die Arbeit ist er ein Lastesel, als Vereinsfahrzeug bringt er bis zu neun Personen an das Ziel. Mit seinen 23 Fenstern ist das Ur-Modell zudem die perfekte Familienkutsche, einen Streit um den Fensterplatz sollte es bei den Kindern nicht geben. Und nicht zu vergessen, der Bus ist auch ein rollendes Wohnzimmer. In zwei Jahren soll zudem der erste E-Bulli auf den Markt kommen.

Die Erfolgsgeschichte nahm seinen Anfang vor 70 Jahren in Wolfsburg. Denn dort startete der deutsche Automobilhersteller VW am 8. März 1950 die Bänder für den damaligen T1. Nach dem Krieg sollte vor allem ein robustes Auto für den Transport gebaut werden. Für 5580 Mark (circa 2853 Euro) war man einst stolzer Besitzer des 25 PS starken Ur-Bullis. „Es war das Wirtschaftswunder der damaligen Zeit beim Wiederaufbau. Es hat eigentlich nichts Vergleichbares gegeben. Der VW-Bus kam genau zur richtigen Zeit“, ist für Bulli-Liebhaber Raphael Unterberger klar.

1950 kam der erste Bulli, der T1, auf den Markt. Dieses Modell „glänzt“ noch in der Originalfarbe.
© Unterberger

In den 60er- und 70er-Jahren hat das Kultauto dann eine neue Käuferschicht gewonnen. So schworen die Hippies auf den Bulli als Flower-Power-Auto, von Woodstock bis nach San Francisco wurde es zum Spaßgefährt der Jugendkultur. Jeder dritte Bulli der T2-Generation (1967 bis 1979) wurde in die Vereinigten Staaten exportiert. „Wenn man in den Bulli einsteigt, hat man keinen Stress mehr, das Zeitgefühl ist weg. Man fühlt sich zurückversetzt“, kann der Osttiroler den Hype nachvollziehen. Dass es mittlerweile zum Auto für jedermann wurde, zeigen die Verkaufszahlen: Nach eigenen Angaben wurde VW von allen sechs Generationen zusammengerechnet weltweit mehr als 13 Millionen Stück los.


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