Lexus-Philosophie im Kompaktformat

Toyotas Premiummarke Lexus steht für Luxus und sparsamen Hybridantrieb. Diesen scheinbaren Widerspruch löst das SUV-Crossover-Modell 250h in der Kompaktklasse mit reichlich Extravaganz auf.

Eine extrem scharf gezeichnete Karosserie mit auffällig großen Radläufen und der markante Lexus-Grill prägen den Auftritt des UX250h.
© Fellner Reinhard

Von Reinhard Fellner

Innsbruck – Einen Lexus zu fahren ist in Europa ein exklusives Vergnügen. Dies soll sich nun nach dem Willen der Toyota-Konzernlenker durch ein kompaktes Crossover-Modell ändern. UX 250h heißt das Kompakt-SUV, wobei die Buchstabenkombination für „Urban Crossover“ steht. Damit ist bei dem 4,49-Meter-Modell schon viel gesagt.

Schon der erste Blick sagt: auffallend stylisch und hochwertig. Auch wenn bei der ­e-four-Variante die Hinterräder vom Elektromotor des Hybrid-Benziners angetrieben werden – viel zu schade für Forstweg und Gelände. Erklimmen will der UX höchstens Gehsteigkanten in gehobenen Wohnvierteln. Die Philosophie des Hybrid-Sparers hat nämlich etwas Verschwenderisches in sich.

So misst der UX zwar knapp 4,5 Meter, kann mit regulären SUV aber nicht verglichen werden. Haben Sie es beruflich geschafft und die Kinder schon aus dem Haus – dann könnte es das ideale Auto für Sie sein. In der ersten Reihe finden sich im Lexus nämlich beste Platzverhältnisse und eine Top-Sitzposition auf generösen Fauteuils. Dahinter zwickt es vor allem beim Kofferraum aber spürbar. Umrahmt wird dies von einer Verarbeitungs- und Materialqualität, die nicht nur in dieser Klasse selten zu finden ist.

Dazu erzeugt eine nahezu perfekte Geräuschdämmung genau jenes abgekoppelte Gefühl beim Fahren, das den wahren Luxus ausmacht. Unterstützt wird dies freilich im städtischen Bereich vom dort oft nahezu lautlos agierenden Hybrid-Antrieb. Das System mit 184-PS-Systemleistung (152-PS-Benziner gekoppelt an einen 109 PS-E-Motor) schafft im Stadtverkehr erst einmal einige Kilometer rein elektrisch, um sich dann später während der Fahrt wieder aufzuladen und den Benziner weiter bei der Arbeit zu unterstützen. Wird der wenig gefordert, ergibt dies über die stufenlose Automatik einen eleganten Fluss der Fortbewegung mit absoluten Minimalverbräuchen.

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Trotz 6,2 Liter TT-Testverbrauch hat es schon gewundert, wie lange wir mit dem 43 Liter-Tank auskamen. Auch auf der Autobahn setzt sich das gleitende Wesen fort. Fordert man aber Leistung oder erklimmt Steigungen, so erhält man gleich die doppelte Quittung: Zu erhöhtem Benzinverbrauch gesellt sich die Lautstärke des hochdrehenden Benziners.

Eigentlich schade, denn neben Karosseriequalität und Hybrid-Motorenzusammenspiel sitzt ein weiterer Leckerbissen des UX an der Bodengruppe. So ist die Abstimmung des Fahrwerks selten gut gelungen. Bei schönem Abrollkomfort lauern in den Federbeinen ausgeprägte sportliche Talente. Dies beschert dem UX eine auffallende Fahrsicherheit, deren Grenzen vom Antrieb wohl selten ausgelotet werden können.

Die eigenwillig gestaltete Bedienung der Multimediaeinheit lenkt dagegen zu sehr vom Verkehrsgeschehen ab. Da gibt es Intuitiveres.

So bleibt auch der UX ein äußerst extravagantes Fahrzeug. Gemacht, um im feinen Umfeld lautlos oder unter Klängen der Mark Levinson Surround-Hifi-Anlage (opt. 1331 €) über die Straßen zu gleiten. Allein diese Entspannung ist Luxus – der einem aber leider mindestens 37.690 Euro wert sein muss.

Die Technik

Motor: E-Hybrid-Benziner

Hubraum: 1987 ccm

Drehmom.: 190/202 Nm bei 4400 U/min

Leistung: 135 kW/184 PS

L/B/H: 4495/1840/1540 mm

Gewicht: 1680/2110 kg

Kofferraumvolumen: 283 – 1231 l

Tankinhalt: 43 l

Höchstgeschwindigkeit: 177 km/h

0 – 100 km/h: 8,7 Sekunden

Verbrauch: 6,2 l/100 Kilometer

Kraftübertragung: Allradantrieb

Preis: (UX 250h F-Sport) 49.490 Euro

CO2-Emission: 135 g/km


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