Konzepte erste nächste Woche: Tourismus hängt in Warteschleife

Hotel- und Restaurantbetriebe sowie Aufhebung der Grenzschließungen sind mit Fragezeichen versehen. Die EU-Kommission prüft „smarte“ Reiserichtlinien.

  • Artikel
  • Video
  • Diskussion
In Hallstatt drängen sich üblicherweise Tausende Touristen – vor allem aus Asien.
© APA

Von Cornelia Ritzer

Wien – Ende April laufen die verordneten Hotelschließungen aus, Mitte Mai soll die Gastronomie stufenweise wieder hochgefahren werden. Doch noch fehlt den Touristikern Klarheit, wie die Sommersaison im Detail aussehen wird. Und sie müssen sich weiter gedulden. „Wir werden nächste Woche Konzepte präsentieren, wie wir das stufenweise Hochfahren für Hotellerie und Gastronomie darstellen wollen“, kündigte Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) an. Wie gewohnt seien Lockerungen nur dann möglich, „wenn es keine steigenden Infektionszahlen gibt“, so die Ministerin.

📽 Video | Tirol wartet auf Tourismus-Fahrplan

Und trotz Köstingers Vorstoß vom Wochenende, dass die für den heimischen Markt so wichtigen deutschen Urlauber im Sommer nach Österreich reisen könnten: Für einen kontrollierten Reiseverkehr mit Ländern, die ihre Corona-Infektionsraten im Griff haben, gibt es ebenfalls noch keinen konkreten Plan. Laut der Ministerin bedürfe es dabei der Abstimmung mit europäischen Partnern. Köstinger: „Ich bin ständig mit den Tourismusverantwortlichen in Deutschland, aber natürlich auch mit jenen in anderen Ländern in Verbindung.“

📽 Video | Hallstatt: Vom Tourismus-Hotspot zur Geisterstadt

10x Wanderausrüstung zu gewinnen

TT-ePaper gratis ausprobieren, der Gratiszeitraum endet nach 4 Wochen automatisch.

Die Tourismus-Verantwortliche betonte, dass es sich dabei um eine „Zukunftsdebatte“ handle. Obwohl auch Europaministerin Karoline Edtstadler (ÖVP) sogar mögliche Flugreisen im Sommer in Aussicht gestellt hatte. Köstinger: „Die Reisefreiheit wird uns so lange in einer eingeschränkten Form bevorstehen, bis das Coronavirus ausgerottet ist beziehungsweise bis es einen Impfstoff oder eine entsprechende Behandlung gibt.“ Auch dazu verweist die Regierung auf nächste Woche.

Die EU-Kommission betrachtet die Vorschläge aus Österreich durchaus kritisch. Für Martin Selmayr, EU-Kommissionsvertreter in Österreich, sei die Diskussion augenblicklich verfrüht. Die EU-Kommission bereite derzeit „smarte Reiserichtlinien“ vor. Die EU-Behörde wolle niemandem am Reisen hindern, sagte er, man wolle aber eine „zweite Welle“ an Infektionen verhindern. Teil der Reiserichtlinien sei der Aufruf, Risikogebiete zu meiden, außerdem werden nicht getestete Menschen und Risikopatienten dazu aufgerufen, besonders vorsichtig zu sein. Kein Kriterium dürften jedoch die Nationalität und „der Geldbeutel“ der Urlauber sein, „das Virus schert sich nicht darum“, betonte Selmayr.

Für kommende Woche ist laut EU-Kommission eine Videokonferenz von Binnenmarktkommissar Thierry Breton mit den EU-Tourismusministern geplant, „um die Bedürfnisse in Hinblick auf die Sommersaison zu bewerten“.


Kommentieren


Schlagworte