Eine ganze Branche sitzt auf Nadeln: Hotels fordern Öffnungsplan

Österreichs Hotellerie sitzt auf Nadeln. Derzeit ist für die Branche noch völlig unklar, wann und in welchem Ausmaß die Reisefreiheit gelockert wird und wann die Hotels wieder öffnen dürfen. Österreichs Hotellerie-Obfrau Susanne Kraus-Winkler fordert einen konkreten Öffnungsplan für die Branche.

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Die Hotellerie will Druck machen, sollte nicht bald ein Öffnungsplan vorgelegt werden.
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Von Max Strozzi

Wien – Morgen will die Regierung die Vorgaben präsentieren, unter denen die Wirte ab Mitte Mai wieder aufsperren dürfen. Während für die Gastronomie ein Plan für einen Neustart ausgearbeitet wurde, sieht sich Österreichs Hotellerie nicht erhört. Susanne Kraus-Winkler, Obfrau der Hotellerie in der Wirtschaftskammer Österreich, befürchtet, dass morgen für die Hotels kein Fahrplan bekannt gegeben wird.

„Wir brauchen endlich einen konkreten Zeitpunkt, wann welche Betriebe aufsperren dürfen.“ - Susanne Kraus-Winkler 
(Obfrau Hotellerie)
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„Wir brauchen aber endlich einen konkreten Zeitpunkt, wann welche Betriebe aufsperren dürfen – natürlich unter den besten Sicherheitsvorkehrungen“, sagt Kraus-Winkler gegenüber der TT. Derzeit koste es mehr, in den Startlöchern zu stehen, als den Betrieb stillzulegen: „Wir hängen mit null Arbeit in Kurzarbeit“, sagt die Hotellerie-Vertreterin. Trotz geltender Einschränkungen der Reisefreiheit in allen Staaten könne man nicht in Schockstarre verfallen. „Wir sehen, dass trotz allem laufend Buchungen reinkommen“, sagt Kraus-Winkler.

Gemeinsam mit der Gastronomie habe man Verhaltensempfehlungen für die Wiedereröffnung vorgelegt. Doch im Gegensatz zur Gastronomie gebe es für die Hotellerie keinen Plan für einen Neustart. „Wir können etwa den Check-in so gestalten, dass die Distanz behalten wird. Hotels können die Gästeströme sehr gut steuern, die Produkte anpassen und etwa das Angebot im Freien verstärken“, argumentiert Kraus-Winkler. „Die Balance zwischen Gesundheit und Wirtschaftlichkeit muss möglich gemacht werden.“

Dass die Regierung noch keinen Plan für die Hotels vorgelegt hat, liege daran, dass man zu viel Bewegung im Land und damit eine zweite Corona-Welle verhindern wolle, meint Kraus-Winkler. „Ein Auf und Ab der Corona-Infektionen in den nächsten Monaten wird ohnehin nicht zu verhindern sein, aber man kann das unter Kontrolle halten. Außerdem gibt es auch eine Eigenverantwortung“, plädiert sie für einen raschen Öffnungsplan. „Für alle Branchen gibt es einen Fahrplan, nur für die Hotellerie nicht.“

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Auch im Sommer ist Österreichs Tourismus von Gästen aus dem Ausland abhängig. Der Inlandstourismus in Österreich macht nur knapp ein Viertel der Sommer-Urlauber aus. Der Inlandstourismus würde heuer zunehmen, so Kraus-Winkler, weil ja auch Österreicher nach jetzigem Stand nicht im Ausland urlauben können. Trotzdem wäre es wichtig, das auch Deutschland als größter Urlauber-Markt die Reisefreiheit lockert. Doch auch Deutschland bremst. Kraus-Winkler: „Deutschland hat zu 90 Prozent Inlandstourismus und deshalb auch keinen Druck.“


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