Nähen ohne Zukunft: Nach Brand nun Corona-Katastrophe in Rana Plaza

Der Brand in der Textilfabrik Rana Plaza in Bangladesch erschütterte die Welt. Jetzt folgt durch die Corona-Krise die nächste Katastrophe für die schlecht bezahlten Näherinnen.

Wenig Lohn, hohes Risiko: Arbeiter in Dhaka (Bangladesch) während der Corona-Krise.
© AFP

Von Andrea Wieser

Sieben Jahre ist es nun her, dass in einer Textilfabrik in Bangladesch über 1135 Menschen gestorben sind, 2438 wurden zum Teil schwer verletzt. Das Drama in dem Fabrikgebäude Rana Plaza schockte damals die Weltöffentlichkeit. Unvergessen sind die Bilder von den weinenden Angehörigen der eingeschlossenen Näherinnen, die nicht mehr gerettet werden konnten. Danach wurde der Ruf nach besseren Arbeitsbedingungen einmal mehr laut.

Nun folgt die nächste Katastrophe. Es ist Zeit, dem Fast-Fashion-Wahnsinn endlich ein Ende zu setzen.
Martin Höfeler, 
Armed Angels

Nur getan hat sich wenig, beklagen Menschenrechtsorganisationen. „Das System ist leider sehr träge“, kommentiert das Gertrude Klaffenböck, Sprecherin der Clean Clothes Kampagne (CCK) in Österreich. Gerade die Corona-Krise verschärft nun das Dilemma. Zum einen sind in Ländern wie Bangladesch die Sicherheitsmaßnahmen gegen das Virus am Arbeitsplatz mangelhaft. Zum anderen werden wegen der Covid-19-Pandemie nun Aufträge gestoppt und internationale Auftraggeber zahlen nicht mehr für bereits geleistete Produktionen. Nach Angaben des Verbandes der Textilfabriken und -Exporteure (BGMEA) haben die internationalen Firmen Aufträge in Höhe von 3,11 Milliarden Dollar storniert. Davon seien mehr als zwei Millionen Arbeiter akut betroffen. Tausende gingen deshalb in den vergangenen Tagen auf die Straße, weil ihnen sogar die noch ausstehenden Löhne nicht mehr bezahlt wurden.

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