Reifrock statt Babyelefant im Innsbrucker Treibhaus

Für Norbert Pleifer sind die Regeln „widersprüchlich“.
© Thomas Boehm / TT

Innsbruck – Die offizielle neue Maßeinheit der Bundesregierung für das Abstandhalten ist der „kleine Babyelefant“, im Innsbrucker Treibhaus sind es Reifröcke mit eineinhalb Metern Durchmesser. Ob die nur das Personal trägt, oder ob man sie sich als Gast auch leihen kann, ließ Treibhaus-Chef Norbert Pleifer gestern gegenüber der TT offen.

Er will jedenfalls „spielerisch und lustvoll“ mit den neuen Regeln für die Gastronomie umgehen. Sein Treibhaus-Café wird er Mitte Mai öffnen, das Treibhaus als Veranstaltungsort wird noch warten müssen, ebenso wie das Freiluftkino. Im Café werde unter anderem Schauspieler und Regisseur Thomas Lackner im Frack als Conférencier die Gäste zum Tisch geleiten. „Es geht darum, wieder Lebens­freude unter die Leute zu bringen“, sagt Pleifer. Es könne auch mal sein, dass Musiker zu viert am Tisch sitzen, ihre Instrumente auspacken und etwas spielen.

Es freut den Treibhaus-Chef, dass „die geltenden Regeln auch unter Kapitalisten so etwas wie eine kleine Anarchie hervorgerufen haben“. Er denkt dabei daran, dass manche Lokale de fact­o offen waren und coffee to go ausgeschenkt haben. „Das war witzig.“ Die neuen Regeln findet Pleifer hinterfragenswert. Sie würden vor Widersprüchen strotzen. „Ist das Virus ab 23 Uhr besonders ansteckend?“ Oder: „Was passiert, wenn Leute zuerst auf Distanz sitzen und dann alle in der Paus­e aufs Klo rennen?“ Pleifer fordert weniger Regeln und dafür mehr dem mündigen Bürger zu überlassen. (aheu)

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