Beim FC Zirl beginnt ein neues Zeitalter: Langzeit-Obmann Platter tritt ab

Ende einer Unterhaus-Ära: Nach 22 Jahren zieht sich Martin Plattner als Obmann des Regionalligisten FC Zirl zurück.

Martin Plattner hat nach 22 Jahren genug gesehen.
© Liebl

Von Tobias Waidhofer

Zirl – 1998 führte Zinedine Zidane Frankreich zum WM-Titel und krönte sich Kaiserslautern als erster Aufsteiger zum Meister der deutschen Bundesliga. Außerdem übernahm vor 22 Jahren ein gewisser Martin Plattner die Obmann-Agenden beim FC Zirl. Und während Zidane die Stollenschuhe längst gegen den feinen Trainer-Zwirn getauscht hat und die „Roten Teufel“ aus der Pfalz ihr Dasein in der dritten Liga fristen, blieb der Bauunternehmer eine Konstante am Zirler Sportplatz.

Zumindest bis zur Vorstandssitzung des Regionalligisten am Montagabend: Denn dort bot Plattner seinen Rücktritt an. „Es wäre für mich die richtige Zeit, den Posten weiterzugeben“, erklärte er. Auf Bitte des Vorstandes werde er aber „die restliche Funktionsperiode (eineinhalb Jahre, Anm.) Obmann bleiben“. Jedoch lediglich in beratender Funktion: „Ich ziehe mich aus dem Tagesgeschäft zurück. Vor 22 Jahren bin ich mit großer Euphorie gestartet, die geht mir jetzt ab.“ Und das habe mehrere Gründe: „Jeder weiß, dass ein Regionalliga-Team Geld kostet. In Zirl lebt der Verein von Sponsoren. Sonst hilft niemand, auch nicht die Gemeinde.“ Dazu komme der Saisonabbruch. „Ich bekomme das Budget nicht zusammen.“ Und für halbe Sachen sei er nicht der richtige Mann. Wie geht’s jetzt weiter mit dem Verein, der unter Unterhaus-Spielern nicht umsonst als finanzielles „El Dorado“ galt?

Zurück zu den Wurzeln könnte das Motto lauten. „Wir müssen nach vorne schauen“, sagt Vorstandsmitglied Manfred Scheuchenegger. Vor allem die Regionalliga-Mannschaft soll verjüngt werden, der Gefahr, sportlich abzusacken, sei man sich bewusst. „Dann starten wir in der Tiroler Liga oder der Landesliga durch.“ Man habe inzwischen schließlich auch einen Unterbau. Und auch das sei Plattner zu verdanken. „Wahnsinn, was er hier aufgebaut hat.“ Und die Hoffnung lebt, dass es „den Martin vielleicht doch noch irgendwann kitzelt“.

Im Rückblick erinnert sich der langjährige Obmann vor allem gerne an die Aufstiege und die zahlreichen Weggefährten, die seine Reise durch das Unterhaus begleiteten. „Ich werde auch weiterhin am Zirler Fußballplatz sein.“ Aber (vorerst) als entspannter Zuschauer und nicht als unter Strom stehender Funktionär.


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