Roman „Late Show“: Das System schützt sich selbst

Keine Sperenzchen: Krimi-Autor Michael Connelly.
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Innsbruck – Der US-Autor Michael Connelly ist keiner, der etablierte Formen zertrümmert. Seine Krimis sind knüppelhart erzählte Storys. Dass er sein Handwerk einst als Polizeireporter erlernte, merkt man den Storys an. Und dass er Raymond Chandler liebt auch: keine Sperenzchen.

In seinem neuen Roman „Late Show“ etabliert Connelly eine neue Ermittlerin. Wie seine äußerst erfolgreiche Schöpfung Harry Bosch ermittelt auch Renée Ballard in Los Angeles. Und wie Bosch wird auch Ballard in Serie gehen. „Late Show“, das stellt der Untertitel klar, ist ihr erster Fall. Und der beginnt mit Demütigung und Degradierung: Ballard wird in die Nachtschicht, die so genannte „Late Show“, strafversetzt. Sie brachte sexuelle Übergriffe eines Vorgesetzten zur Anzeige. Und hat jetzt wieder mit ihm zu tun. Fünf Menschen wurden in einem Club erschossen, eine Prostituierte beinahe totgeprügelt. „Late Show“ ist starker Tobak: Machtmänner stellen Ansprüche, das System schützt sich vornehmlich selbst. Ballard ermittelt auf eigene Faust. Sie weiß, dass das kein gutes Ende nehmen wird. Aber der Anfang ist stark. (jole)

Krimi Michael Connelly: Late Show. Kampa, 428 Seiten, 20,50 Euro.


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