Corona-Regeln in Kindergärten sorgen für Unmut und Unsicherheit

Abstand halten, Masken tragen: Für kleine Kinder schwierig.
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Innsbruck, Wien – In den Kindergärten regt sich Widerstand. Zwar sollen die Betreuungseinrichtungen für die Kleinsten in der Gesellschaft ab Mitte Mai wieder schrittweise geöffnet werden. Für viele Mitarbeiter sind die Hygiene- und Schutzvorgaben bisher aber unzureichend.

Einen „Skandal“ ortet gar eine Gruppe von Tiroler Kindergärtnerinnen, die sich in einem anonymen Schreiben an die TT gewandt hat. „Wir fordern, dass wir bei unserer Arbeit gleich geschützt werden wie beim Einkaufen“, heißt es dort. Die Betreuerinnen beziehen sich dabei auf ein Schreiben des Landes Tirol an die Leiter und Leiterinnen von Kindergärten. In dem Ende April verfassten Text, so die anonym verfasst Kritik, werde vom Tragen von Masken abgeraten, dafür aber empfohlen, das Gesicht regelmäßig zu waschen. Ebenso illusorisch seien andere Vorgaben, wie das Einhalten eines Abstandes von einem Meter. „Keine andere Berufsgruppe wird derart ausgesetzt und allein gelassen“, kritisieren die Verfasserinnen.

Die in Tirol für die Kindergarten-Agenden zuständige Landesrätin Beate Palfrader (ÖVP) versteht „die Sorgen und Ängste der Kindergärtnerinnen. Ebenfalls muss ich mich aber an die Empfehlungen von Experten halten.“ Die unlängst an die Einrichtungen verschickten Vorgaben seien ein „erster Entwurf“. Nachbesserungen, wenn möglich, sollen folgen. Dazu gibt es am kommenden Dienstag ein Treffen zwischen Land, Gemeinden und privaten Kindergarten-Betreibern. „Wir prüfen etwa den Einsatz von durchsichtigen Plastik-Schutzfolien anstelle von Masken.“ Ebenso geplant sei ein Corona-Screening aller Mitarbeiter.

Das Stimmungsbild aus Tirol bestätigt auch eine bundesweite Umfrage der Gewerkschaft younion. 64 Prozent des Kindergarten-Personals gaben demnach an, Angst vor einer Ansteckung zu haben. 90 Prozent der 3900 Teilnehmer wünschen sich einheitliche Regeln, die etwa die Gruppengröße bestimmen. (bfk, APA)


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