Landecker Straße L76: Baukonzern verteidigt Zeitplan

Die 28-wöchige Totalsperre der Landecker Straße L76 bleibt Aufreger. Der Fließer Bürgermeister Bock sieht in aktuellem Bauzeitplan das kleinere Übel. Für den Bautrupp sind spezielle „Corona-Auflagen“ nötig.

Hangräumung an der L76 gestern Donnerstag. Am Montag, 11. Mai, beginnen die Sprengarbeiten und damit 28 Wochen Totalsperre.
© Wenzel

Von Helmut Wenzel

Landeck, Fließ – Nicht zehn oder zwölf, sondern 28 Wochen am Stück dauert die Totalsperre der Landecker Straße L76. Die Sperre wegen der Sprengarbeiten für den Bau der 720 m langen Schlossgalerie beginnt am Montag, 11. Mai – die TT berichtete.

Weil die ursprünglich angekündigte Sperre von zwölf Wochen nicht mehr gilt, war der Aufschrei in der Region groß. Aus Sicht der Strabag Österreich, die den Auftrag im Volumen von 26,6 Mio. Euro vom Land Tirol bekommen hat, gab es wegen der „Corona-Auflagen“ zwei Möglichkeiten: Rund zweieinhalb Jahre Bauzeit bei 28-wöchiger Totalsperre, oder vier Jahre Gesamtbauzeit und dafür kürzere Sperren.

Die Rahmenbedingungen, unter denen eine Baustelle in Corona-Zeiten eingerichtet werden darf, seien „herausfordernd“, erklärte eine Strabag-Sprecherin in Wien. „Es hat darüber lange Verhandlungen mit den Sozialpartnern gegeben. Am Ende hat man sich auf aufwändige Sicherheitsbestimmungen geeinigt, die in allen Details festgeschrieben sind.“

Im Fall des Projekts Schlossgalerie müssten zum Beispiel einige zusätzliche Baucontainer aufgestellt werden, damit die Beschäftigten den Mindestabstand von einem Meter einhalten können. Oder: „Weil sich die Bauarbeiter bei Schalarbeiten zu nahe kommen, müssen Schutzmasken getragen werden.“ Das alles verursache Mehrkosten, die jedoch vom Baukonzern getragen würden.

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Man müsse zur Kenntnis nehmen, dass die Strabag auf Basis des Epidemiegesetzes handle, sagte der Fließer Bürgermeister Hans Peter Bock. Ihm sei es lieber, „dass das Projekt möglichst kurz und schmerzlos realisiert wird. Die Alternative wären vier anstatt zweieinhalb Jahre Bauzeit.“ Die Fließer müssten die Umfahrung durch den Land­ecker Tunnel nutzen und für die Fahrt in die Bezirkshauptstadt rund acht Minuten mehr Fahrzeit in Kauf nehmen.

Für Bewohner und Gewerbebetriebe in der Fließer Au sei die Wegstrecke allerdings länger. Zur Frage, ob man im Schnellverfahren einen Notweg für diesen Ortsteil oder eine Notbrücke über den Inn bauen könnte, sagte Bock: „Das ist nur im Katastrophenfall möglich. So aber würde das Verfahren viel zu lange dauern. Da ist inzwischen die Schlossgalerie längst fertig.“ Bock verwies auf die lokale Umfahrung über den Gramlachweg, die Anrainern zur Verfügung stehen werde.


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