Entsetzen über gefällte Linde am Zeiller Platz in Reutte

Die Biologin Christine Schneider wirft der Gemeinde Reutte Kurzsichtigkeit statt ökologischer Ortsentwicklung vor. Für den Bürgermeister geht die Kritik völlig ins Leere.

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Kreuze und Grabkerzen markieren den „Tatort“.
© Tschol

Von Simone Tschol

Reutte – Ein Baumstumpf im Reuttener Untermarkt treibt Christine Schneider das blank­e Entsetzen ins Gesicht. Die Linde am Zeiller Platz wurde gefällt. Eine Tatsache, die bei der studierten Biologin für völliges Unverständnis sorgt: „Es bricht mir das Herz, wenn Bäume für ein architektonisches Projekt weichen müssen. Es hat ja letztes Jahr schon im Park angefangen, dass die Gemeinde alle Bäume einfach abgeholzt hat. Und jetzt geht es für die Begegnungszone im Untermarkt weiter.“

Die Bäume würden nicht nur Sauerstoff spenden, sondern auch Kohlendioxid binden, Schatten spenden, die Umgebungsluft kühlen und seien Heimat für unzählige Vögel und Insekten. Schneider: „Ich werde es nicht einfach hinnehmen und will ausdrücken, was ich davon halte. Das ist keine ökologische Ortsentwicklung, sondern gerade in Zeiten des Klimawandels sehr kurzsichtig.“

Für BM Alois Oberer geht die Kritik völlig ins Leere. „Wir müssen dort zum einen die Wasserleitung neu machen und im Zuge der Arbeiten auch den Verkehr über den Zeiller Platz umleiten. Und auch in der Neuplatzgestaltung ist dort kein Baum vorgesehen. Wir machen das ja nicht nicht aus Jux und Tollerei. Wo es möglich ist, werden natürlich neue Bäume gepflanzt.“


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