China-Experte Maull: „WHO – Arena im Kampf USA gegen China“

Der deutsche China-Experte Hanns W. Maull über den Einfluss Pekings auf die Weltgesundheitsorganisation (WHO), fehlende Transparenz, den Abstieg der USA als Weltmacht und ein China, das keine globale Führungsrolle anstrebt.

Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping und US-Präsident Donald Trump finden zwar immer lobende Worte füreinender, doch ihre Länder steuern angeschoben durch die Corona-Krise auf einen neuen Kalten Krieg zu.
© AFP

Die Corona-Krise führt zu weltweiten Erschütterungen und hat das Fundament der bestehenden internationalen Ordnung ins Wanken gebracht. Beobachter sehen China, wo die Pandemie ihren Ausgang genommen hat, als Gewinner aus der globalen Virus-Krise hervorgehen. Schlägt nun die Stunde Chinas, stehen wir am Beginn eines chinesischen Jahrhunderts, wie einige behaupten? Oder sind diese Befunde und Vorhersagen pure Übertreibung?

Hanns W. Maull: Das wird wohl weit übertrieben dargestellt. Nach anfänglicher Bewunderung für Chinas Umgang mit der Pandemie und der Krise wird nun vermehrt scharfe Kritik am Weg Chinas laut. Da kommt es zu einer Art Gegenreaktion. Es gibt vielerorts Irritationen über die brachialen Methoden, mit denen Peking seine Sichtweise durchzusetzen versucht. So müssen sich Empfänger von Hilfslieferungen aus China erkenntlich zeigen. Peking versucht seine Sicht jedenfalls sehr offensiv durchzusetzen.

Ersichtlich wird in der Corona-Krise aber, dass die USA unter Präsident Donald Trump weit von einer globalen Führungsmacht entfernt sind – oder?

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