China will sich nun internationaler Untersuchung zu Virus-Ursprung stellen

Peking will eine WHO-Untersuchung zum Ursprung des Virus nun doch zulassen. Aber erst nach Ende der Krise.

Vor allem Washington behauptet, dass die Pandemie ihren Ursprung in einem Forschungslabor in der zentralchinesischen Stadt genommen habe. Peking dementiert heftig.
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Peking – China will nach eigenen Angaben eine von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) geleitete Untersuchung der globalen Reaktion auf die Coronavirus-Pandemie unterstützen. Die Untersuchung solle in einer „offenen, transparenten und umfassenden Weise“ geschehen, nachdem das Virus besiegt sei, sagte eine Sprecherin des Außenministeriums in Peking gestern. Zuletzt war der internationale Druck auf Peking gestiegen, eine internationale Untersuchung zur Herkunft des neuartigen Coronavirus in China zuzulassen. China unterstütze die Schaffung eines WHO-Komitees zur Untersuchung der weltweit verhängten Maßnahmen gegen die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus, hieß es. Die Leitung des Gremiums solle WHO-Chef Tedros übernehmen.

China war zuletzt in der Frage nach dem Ursprung des neuartigen Erregers Sars-CoV-2 zunehmend unter Druck geraten. Mehrere Regierungen weltweit haben Peking zu Transparenz bezüglich der Herkunft des Erregers aufgefordert. Und die Reaktion Pekings fiel harsch aus, so wurde Australien mit Sanktionen gedroht.

Besonders die Regierung von US-Präsident Donald Trump wirft China mit Blick auf die Herkunft des Virus Vertuschung vor. US-Außenminister Mike Pompeo sagte vergangene Woche in einem TV-Interview, es gebe „überwältigende Beweise“ dafür, dass das Virus entgegen der Darstellung Chinas aus einem Forschungslabor in Wuhan stamme. China weist die Vorwürfe entschieden zurück.

Auch die WHO bezeichnete die Vorwürfe der USA als „spekulativ“. Die UNO-Sonderorganisation wartet derzeit auf eine Einladung Chinas, um ein Expertenteam nach Wuhan entsenden zu können, das den Ursprung des Virus untersuchen soll. Der chinesische UNO-Botschafter in Genf, Chen Xu, erklärte jedoch, dass eine solche Einladung erst erfolgen könne, wenn das Virus „endgültig besiegt“ sei. Auch der chinesische Botschafter in Deutschland, Wu Ken, sagte, sein Land sei offen für eine internationale Untersuchung der Herkunft des Coronavirus Sars-CoV-2. „Wir unterstützen den Forschungsaustausch unter Wissenschaftern“, so Wu gegenüber dem Spiegel. „Aber wir lehnen es ab, wenn China ohne Beweis auf die Anklagebank gesetzt wird“, so Wu. (APA, AFP, dpa, TT)


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