Handball Tirol: Eine Krise kommt selten allein

Handball-Tirol-Sportdirektor Thomas Lintner hat aktuell auf mehreren Ebenen zu kämpfen.

Hofft auf bessere Zeiten: HT-Sportdirektor Thomas Lintner kämpft sportlich wie beruflich mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie.
© Michael Kristen

Von Tobias Waidhofer

Schwaz – Dass der Adler das Logo von Handball Tirol ziert, stellt keinen Zufall dar. Das Tiroler Wappentier steht stellvertretend für den Fokus auf Eigenbauspieler. Und dieser wird nach dem Abgang von Abwehrchef Alexander „Sascha“ Pyshkin (RUS) noch einmal verstärkt, denn künftig stehen mit Goalie Jost Perovsek (SLO) und Petar Medic (KRO/Rückraum) nur noch zwei Legionäre im Aufgebot. „Das ist vollkommen losgelöst von Corona und war immer schon unser Ziel. Wir haben im Liga-Vergleich sehr viele Eigenbauspieler – und das ist positiv“, erklärt Sportdirektor Thomas Lintner.

Aber wie plant man eine Saison, wenn man mitten in einer Pandemie noch nicht einmal weiß, wann und ob diese überhaupt starten wird? „Gott sei Dank haben wir das meiste schon abgeschlossen“, weiß Lintner. Zum Beispiel die Verpflichtung von Nationalspieler Gerald Zeiner. Finanziell komme man mit der Kurzarbeit aktuell gut über die Runden. Aber: „Mittelfristig wird es eine Herausforderung für den ganzen Sport: Wann wird wieder gespielt? Und in welcher Form? Wie bringen wir die Spiele zu den Zuschauern, wenn wir keine Menschen in die Halle lassen dürfen?“ Alles Fragen, die noch unbeantwortet blieben. Aktuell halten sich die Spieler individuell und mit der Hilfe von Videos des Athletiktrainers Hannes Danler fit. „Ab nächster Woche bieten wir einige dosierte Präsenzeinheiten im körperlichen Bereich an. Aber es gibt keine Pflicht, wir sehen das als Service.“

Zu den sportlichen Sorgenfalten kommen bei Lintner auch private dazu. „Ich arbeite in einem Reisebüro (Idealtours, Anm.). Die Zeit ist schwierig. Wir waren gut gebucht, haben mit einem Sensations-Reisejahr gerechne­t. Und jetzt muss die Firma schauen, dass alle Mitarbeiter gehalten werden können“, erzählt das Handball-Urgestein, ohne seinen Optimismus zu verlieren. Eines kann man mit Fug und Recht behaupten: Thomas Lintner präsentierte sich in den vergangenen Wochen krisenfest.


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