Rundwanderung über Zirl: Da ist für jeden etwas dabei

Vogelkundler, Eisenbahnliebhaber, Mittelalter-Fans: Sie alle kommen auf ihre Kosten bei einer schönen Rundwanderung über Zirl. Trittsicherheit ist erforderlich und genügend Zeit sollte man auch mitbringen.

Auf den Vogellehrpfad ...
© Irene Rapp

Von Irene Rapp

Zirl –Kennen Sie die Zippammer? Oder die Schlossbachgrabenbrücke? Bei Ersterem handelt es sich um einen Vogel. Bei Zweiterem um ein beeindruckendes, unter Denkmalschutz stehendes Bauwerk für die Mittenwaldbahn. Am vergangenen Sonntag haben wir eine schöne Rundwanderung mit Ausgangspunkt in Zirl gemacht und sowohl Zippammer (auf Bild) sowie Brücke (in echt) gesehen. Für die Runde durch die Schlossbachklamm sollte man aber viel Zeit einplanen: u. a. zum Lesen der Infotafeln auf einem Vogellehrpfad (siehe Zippammer) und zum Rasten am idyllischen Schlossbach unter der Schlossbachgrabenbrücke.

So kommt man hin: Einstieg für die Wanderung ist der Vogellehrpfad auf der Straße, die zum Sanatorium Hochzirl führt. Ziemlich am Beginn der Auffahrt zeigt das Rotkehlchen an, wo es in den Wald hineingeht – sprich, dort steht die erste Info-Tafel von vielen weiteren über die Vogelwelt. Recht steil geht es am Anfang den Wald hinauf, bei einer Wegteilung geradeaus.

Dann folgt man immer den Wegweisern „Vogellehrpfad“ und dem Hauptsteig, denn immer wieder finden sich im Wald Abzweigungen. Einmal kommt man zur Straße nach Hochzirl, vor der Kurve geht es aber gleich wieder in den Wald hinein. Passend zum Vogellehrpfad hört man viel Gezwitscher, bei einem weiteren Wegweiser geht man nicht zum Bahnhof Hochzirl, sondern hält sich links. Überall im Wald sprießt das frische Grün, an vielen Stellen hat sich Farn ausgebreitet.

... folgt die Schlossbachgrabenbrücke.
© Irene Rapp

Bei der Infotafel über den Mauerläufer sieht man erstmals in die imposant-raue Schlossbachklamm, bei der Amsel erreicht man wieder die Straße. Vor der Kurve geht es links auf einem breiten Waldweg weiter (Wegweiser Schlossbachklamm). Bald sieht man das erste Viadukt der Mittenwaldbahn: Die Streckenführung ist wirklich beeindruckend und noch erstaunlicher, wenn man weiß, dass die Anlage von 1910 bis 1912 erbaut worden ist. Gemütlich geht es zunächst durch den Wald dahin, jetzt hört man keinen Verkehrslärm mehr, sondern kann die Natur genießen. Immer wieder sieht man in die Schlucht, dann wird der Weg zum Steig (gutes Schuhwerk erforderlich) und dann geht es steil hinunter auf den Boden der Klamm.

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Über Holztreppen und zwei Brücken überquert man das Gewässer. Der Schlossbach entspringt übrigens unterhalb der Reither Spitze und mündet in den Inn. Wo man den Bach überquert, finden sich zahlreiche Stellen zum Rasten. Mit ein wenig Glück kann man dann auch die Mittewaldbahn sehen, wenn sie auf der Schlossbachbrücke den Graben in 60 Metern Höhe überwindet. Dann allerdings taucht der Zug gleich wieder in den Felsen ein, denn zahlreiche Tunnel sind ebenfalls Teil der Streckenführung.

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Auf der anderen Seite des Baches geht es dann über Holzstufen durch Wald wieder hinauf. Man folgt den Wegweisern Schlosssteig Zirl, mit ein wenig Glück kann man Gämsen sehen. Wenn der Steig wieder breiter wird und man zu einer Wegteilung kommt, hält man sich links (Wegweiser Leithen/Reith), bei einer weiteren Wegteilung ebenfalls links (Wegweiser Schlosssteig Zirl). Nach wenigen Minuten gelangt man zu den Geleisen der Bahn, hier gibt es eine Unterführung. Nun auf breitem Forstweg durch Wald, bei einem braunen Wegweiser auf einem Baum („Kaiserstand“) führt links ein unscheinbarer Weg in den Welt hinein. Nach wenigen Metern zeigt jedoch der Wegweiser „Schlosssteig Zirl“, dass man richtig ist und bei einem Schild mit der Nummer 13 auf einem Baum gelangt man zur Bundesstraße über den Zirlerberg.

Wenn man auf die Straße kommt, liegt auf der gegenüberliegenden Seite die Fuhrmannskapelle. Sonst fährt man hier schnell mit dem Pkw vorbei, ein Blick hinein lohnt sich aber – da die Kapelle liebevoll gepflegt wird.

Auf der linken Straßenseite folgt man nun auf einem kleinen Trampelpfad, der nach wenigen Metern wieder zum Steig wird, der Bundesstraße talwärts (man ist nie gefährdet). Bald gelangt man jedoch wieder auf einen Steig, der in den Wald hinabführt (Wegweiser Schlosssteig). Steil hinab, bei einer kleinen Lichtung hält man sich rechts.

Zum Schluss liefert die Ruine Fragenstein Wow-Momente.
© Irene Rapp

Durch lichten Wald geht es bergab, wenn vor einem zwei Wege liegen, wählt man den rechten (Wegweiser). Langsam wird es heller und dann gelangt man zu einer Stelle mit Blick auf das Inntal und Zirl sowie linkerhand den ersten Turm der Ruine Fragenstein. Um 1200 erbaut, diente die Burg der Überwachung für die Salzhandelsroute über den Seefelder Sattel. 1703 allerdings wurde Fragenstein bei einem Angriff der Bayern gesprengt, um sie nicht dem Feind zu überlassen.

An den beiden Türmen geht es dann oberhalb von Zirl vorbei weiter Richtung Osten. Immer geradeaus und auch als Wanderer muss man dann durch drei Tunnel, um wieder zum Ausgangspunkt zurückzukommen. Denn natürlich muss man den Schlossbach wieder überqueren, und zwar auf einer Brücke. Wer diese Höhenpromenade errichten ließ, kann man auf einer Tafel an der Felswand erfahren – es war Karl Reinhart.

Wenn man dann zur Infotafel mit der Mönchsgrasmücke kommt, weiß man, dass der Ausgangspunkt nah ist. Rechts hinab auf den Waldsteig und in wenigen Minuten gelangt man wieder zur Straße nach Hochzirl.

Fazit: Die Runde ist abwechslungsreich und kurzweilig, Trittsicherheit jedoch vor allem beim Abstieg in die Klamm erforderlich und ein Picknick am Schlossbach eine schöne Angelegenheit mitten in der Natur. Empfehlenswert!

© TT

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