Streit im Kaisertal: Im Naturschutzgebiet stört die Gams

Die Stadtwerke Kufstein verlangen wegen Waldschäden eine intensivere Bejagung der Gämse. Die Jäger im Bezirk legen sich quer: „Dann ist die Gams nicht mehr nur in Not, sondern tot“, lautet deren Protest.

Wenn es nach der größten Waldbesitzerin im Kaisertal – der Stadt Kufstein – geht, sollten bei der nächsten Trophäenschau der Jäger mehr Gämsen zu sehen sein. (Symbolfoto)
© OTTEWO

Von Wolfgang Otter

Kufstein – Im Kaisertal tobt derzeit ein Streit. Auf der einen Seite steht die Stadt Kufstein (bzw. die Stadtwerke Kufstein) als größte Waldbesitzerin im Tal, auf der anderen Seite die Jägerschaft. Dazwischen steht die Bezirkshauptmannschaft, die nun einen Kompromiss finden musste. Anlass der heftigen Kontroverse ist die Gams bzw. die Gämse, und davon sind für Forstexperten angeblich zu viele im Naturjuwel unterwegs. „Nicht mehr lange, wenn sich der Forst durchsetzt“, wie man seitens der Jäger befürchtet.

Auslöser war eine Begehung, bei der im Kaisertal massive Waldschäden festgestellt wurden. „Dies kam für den Pächter überraschend, gab es doch jahrzehntelang keinerlei Beanstandung. Noch dazu sind die Gamsbestände in den letzten Jahren stark rückläufig“, berichtet Bezirksjägermeister Michael Lamprecht. Trotzdem sei der Abschuss von 40 Gämsen verlangt worden, wie der Jäger erklärt. „Dann ist die Gams nicht mehr nur in Not, sondern tot“, sagt Lamprecht. Dann würde eine ganze Wildpopulation ausgelöscht.

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