„Richtungswechsel“: Tiroler Adler Runde will andere Kurzarbeit

Der Präsident der Tiroler Adler Runde, Klaus Mark, fordert zur Überwindung der Corona-Folgen eine Task Force Wirtschaft.

Der Präsident der Tiroler Adler Runde, Klaus Mark.
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Innsbruck – So erfolgreich der komplette Lockdown zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Österreich gewesen sei, so dramatisch seien jetzt aber auch leider die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Folgen. Etwa 1,3 Millionen Österreicher seien in Kurzarbeit und weitere 550.000 arbeitslos. Die Aussicht in Richtung eines österreichweiten Beschäftigungs-Comebacks sei nicht absehbar, erklärt Mark. „Nach mehrwöchiger Isolation sind Angst und Lethargie in den Köpfen der Menschen geblieben“, sagt Mark, der mit seinem Beleuchtungsunternehmen MK Illumination in 42 Ländern weltweit Unternehmen hat.

Alle Anstrengungen, selbstverständlich immer auf Basis der notwenigen Maßnahmen für die Gesundheit, müssten jetzt auf eine umgehende Rückkehr in einen Arbeitsalltag abzielen, fordert der Chef der Adler Runde. Jetzt brauche es dringend klare positive Signale für eine Aufbruchsstimmung von Seiten der Politik. „Planbarkeit, Investitionsanreize und Perspektiven sind das Gebot der Stunde.“

Vor allem auch beim an sich sinnvollen Instrument der Kurzarbeit bestehe Diskussionsbedarf. „Die Unternehmer brauchen anstelle des aktuell eingeschlagenen Wegs, in dem von Staatsseite quasi bis zu 80 Prozent für das Nichtarbeiten bezahlt werden, einen Richtungswechsel.“ Laut Mark sollte wie in den USA tatsächlich geleistete Arbeit befristet unterstützt werden, etwa auch um neue Projekte anzugehen. Förderungen direkt für Unternehmen müssen nicht nur angekündigt, sondern rasch abgewickelt werden. Ein Vergleich mit unseren Nachbarländern Deutschland und der Schweiz zeige, wie Unternehmenshilfen unbürokratisch und einfach laufen können. Lange diskutierte Instrumente wie Investitionsfreibetrag oder Investitionsprämie wären gerade jetzt sinnvoll.

So enorm wichtig es gewesen sei, dass Gesundheitsexperten in den letzten Wochen federführend Anti-Corona-Maßnahmen entwickelten, so wichtig sei es jetzt, eine Task Force auch mit Querdenkern, Wirtschaftswissenschaftern und Praktikern für die Wirtschaft einzurichten. „Wir brauchen mutige neue Wege, um einen Aufbruch für alle zu ermöglichen. (va)


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