Heuer Invasion der Blutsauger, FSME-Schutz bleibt empfohlen

Tirol ist bei FSME-Infektionen weiter im Spitzenfeld – Zecken, die solche Krankheiten übertragen, sind dieses Jahr besonders bissig.

Mediziner raten dringend zur FSME-Impfung.
© dpa

Von Thomas Böhm

Innsbruck –Heuer könnte ein besonders starkes Zeckenjahr werden, das beobachten sowohl Tierhalter als auch Fachleute: „Erstaunlich viele Meldungen kommen u. a. aus dem Inntal und dem Zillertal von Landwirten oder Jägern in unser freiwilliges Meldenetzwerk“, weiß Facharzt Gernot Walder, bekannter Spezialist u. a. für Infektiologie in Außervillgraten. „Heuer gibt es eindeutig mehr Zecken als sonst“, bestätigt Tierarzt Andreas Lanbach in Tarrenz.

Die Spinnentiere, die in der freien Natur in Bodennähe auf ihre Beute lauern, schätzen für ihre Blutmahlzeiten Mensch wie Tier. Auf beide können die Zecken Krankheiten übertragen.

Zecken lauern ihren Opfern, Mensch wie Tier, in der Natur in Bodennähe auf.
© dpa-Zentralbild

Bei Menschen ist die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), die zur schweren Gehirnhautenzündung führen kann, ein Thema. Weiters auch die Entzündungskrankheit Borreliose.

Tirol ist seit Jahren bei FSME-Erkrankungen ein Spitzenreiter in Österreich, so die Statistik des Gesundheitsministeriums – nur Oberösterreich hat noch mehr Fälle.

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„Das liegt vor allem an der mangelnden Impfmoral“, bedauert Bettina Pfausler, Leiterin der neurologischen Intensivstation der Klinik Innsbruck, wo die schweren FSME-Fälle landen. „Eine Impfung ist absolut zu empfehlen“, so Pfausler, „auch für Kinder!“ Ideal wäre dies vor Beginn der Zeckensaison im Frühjahr. Aber „auch jetzt ist es für eine FSME-Impfung noch nicht zu spät“, betont der Infektiologe Walder: „Durch die Klimaerwärmung haben Zecken in Tirol mittlerweile das ganze Jahr Saison.“ Und sie lauern auch in Höhenlagen bis zu 1700 Metern.

Entfernen kann man sie mit Haken, Zangen oder Pinzette.
© Thomas Boehm / TT

Bei Hunden und Katzen nennt Tierarzt Lanbach u. a. die Borreliose, die durch Zeckenbisse übertragen werden kann. „Zecken müssen innerhalb von 24 Stunden entfernt werden“, so Lanbach, „nach Ausflügen in der Natur sollte man sich und seine Vierbeiner sofort kontrollieren – vor allem die Gegend um Achselhöhlen und Leiste.“


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