WK-Präsident Mahrer ruft zum „Kaufen, Kaufen“ auf

Steuerentlastung und Investitionsprämien sollen laut Wirtschaftskammerpräsident Mahrer den Konsum ankurbeln. Von der Politik fordert er Planbarkeit.

Konsum führe zu Umsatz und das wiederum zu Jobs: Die Wirtschaftskammer drängt auf eine Steuerentlastung bereits ab Mitte 2021.
© APA

Von Cornelia Ritzer

Wien – Heute können die Gastronomen ihre Arbeit wieder aufnehmen, am 29. Mai folgen die Hoteliers. Im Kampf gegen die Corona-Pandemie mussten Lokale wie auch Beherbergungsbetriebe schließen, die nunmehrige Öffnung ist für Wirtschaftskammerpräsident Harald Mahrer „ein wichtiger Meilenstein im Comeback“ der Wirtschaft. Er hofft, „dass sich die Stimmung in Österreich dreht“ und dadurch der notwendige Konsum angekurbelt werde. Aus der Angst, krank zu werden, müsse Freude am Ausgehen und Einkaufen werden. Mahrer: „Wer jetzt konsumiert, hilft seinem Land.“ Denn „kaufen, kaufen, investieren, investieren“ sichere Beschäftigung und Jobs und könne somit weitere Kaufkraft generieren.

WKO-Präsident Harald Mahrer will Anreize für Investitionen.
© WKO

Um die Konsum-Stimmung zu verbessern, will die Interessenvertretung politischen Druck ausüben „mit klaren Konzepten, die eh schon auf dem Tisch liegen“. Der Wirtschaftskammer-Chef drängt auf Steuerentlastungen („so umfangreich wie nur möglich“) für kleine und mittlere Einkommen und Betriebe – diese sollen angesichts von Arbeitslosigkeit sowie Rekord-Kurzarbeit, die diesen Bereich vermehrt trifft, auf Mitte 2021 vorgezogen werden, so Mahrer –, sowie auf Investitionsprämien und -freibeträge für kleine, aber auch größere Unternehmen.

Maßnahmen für Digitalisierung, Modernisierung und Nachhaltigkeit seien bereits im türkis-grünen Regierungsprogramm zu finden, diese müsse man jetzt „unter Anreiz setzen, fordert der ÖVP-Politiker bei einer Video-Konferenz mit Journalisten. Bei Photovoltaik-Ausbau oder Digitalisierung „besteht – Corona hin oder her – sowieso ein Nachholbedarf in Österreich“. Mahrer hofft außerdem auf ein Finanzpaket für die Gemeinden, denn das komme der regionalen Wirtschaft zugute.

Als „unglücklich“ empfindet Mahrer die fehlende Berechenbarkeit. „Ein gewisses Ausmaß an Planbarkeit kann man sich von der Politik erwarten“, nimmt er die Ministerien in die Pflicht, die Rahmenbedingungen für Betriebe, die öffnen dürfen, erst mit Verspätung veröffentlichen. Derzeit wissen Beherbergungsbetriebe immer noch nicht, unter welchen Kriterien sie am 29. Mai aufsperren dürfen. Dabei brauche es Sicherheitstrainings mit den Mitarbeitern, und Lieferketten müssten wieder hochgefahren werden. Man müsse weg vom „ein bissl aus der Hüfte“ zu einem „normalen unternehmerischen Alltag“ kommen. Mahrer fehlt außerdem „die logische Vergleichbarkeit“, warum Kulturveranstaltungen, aber keine Hochzeiten stattfinden können.

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