Ex-Präsident Obama kritisiert US-Regierung scharf

Der frühere US-Präsident hat die Führung des Landes wegen ihres Umgangs mit der Corona-Krise scharf kritisiert.

In einer außergewöhnlichen Stellungnahme verurteilte Ex-US-Präsident Obama den Umgang seines Nachfolgers mit der Corona-Krise.
© AFP

Washington –Es ist ein außergewöhnliches Statement, denn der Ex-Präsident äußert sich nur selten öffentlich zur aktuellen Politik. In einem Video-Grußwort für eine Uni-Abschlussfeier sagte Obama am Samstag: „Diese Pandemie hat vor allem unsere Überzeugung zunichtegemacht, dass die Leute, die in der Verantwortung stehen, wissen, was sie tun.“

„Viele von ihnen tun nicht einmal so, als seien sie verantwortlich“, setzte er mit Blick auf die aktuelle Führung hinzu. Dabei nannte der demokratische Ex-Präsident keine Namen. Von vielen Beobachtern wurden seine Äußerungen aber als Kritik an seinem republikanischen Nachfolger Donald Trump gewertet.

In einem weiteren Grußwort für eine virtuelle Abschlussfeier von High-School-Schülern rief Obama die Schüler dazu auf, dort Verantwortung zu übernehmen, wo die politische Führung versagt: „Zu tun, was sich gut anfühlt, was bequem ist, was einfach ist – so denken kleine Kinder. Leider denken auch viele so genannte Erwachsene – darunter einige mit tollen Titeln und wichtigen Jobs – noch so. Deshalb ist die Lage auch so verkorkst.“

„Eine absolut chaotische Katastrophe“

Bereits vor gut einer Woche hatte Obama in vertraulichen Äußerungen Trumps Umgang mit der Coronavirus-Pandemie scharf kritisiert. Trumps Krisenmanagement sei „eine absolut chaotische Katastrophe“, sagte er laut einem Audiomitschnitt gegenüber früheren Mitgliedern seiner Regierung. In Trumps unangemessenen Reaktionen auf die Herausforderungen der Pandemie spiegle sich eine Denkweise des „‚Was ist für mich drin‘ und ‚Zum Teufel mit allen anderen‘“ wider.

TT-ePaper gratis testen und 5 x 1.000 € Geburtstagsgeld gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Jetzt testen
TT ePaperTT ePaper

Die USA sind das am schwersten von der Pandemie betroffene Land der Welt. Laut der Johns-Hopkins-Universität haben sich bereits mehr als 1,46 Millionen Menschen infiziert, 88.730 starben an den Folgen. (APA, AFP)


Kommentieren


Schlagworte