Liebherr fährt in Tirol Standorte wieder hoch

Nach einem starken Geschäftsjahr 2019 steuern die drei Tiroler Liebherr-Standorte wieder langsam aus den Corona-Beschränkungen.

Liebherr ist mit seinen drei Standorten einer der größten privaten Arbeitgeber in Tirol.
© Böhm Thomas

Von Alois Vahrner

Innsbruck – Im Vorjahr fuhr der weltweit tätige Liebherr-Konzern mit Zentrale in ­Bulle in der Schweiz noch auf kräftigem Wachstumskurs: Nachdem 2018 erstmals die 10-Milliarden-Umsatzmarke geknackt worden war, legte der Konzern im Jahr 2019 um 11,4 Prozent auf 1,199 Mrd. Euro zu. Der Personalstand wurde um fast 1900 auf über 48.000 erhöht.

Seit über vier Jahrzehnten (damals machten LH Eduard Wallnöfer und der Telfer Bürgermeister Helmut Kopp Firmengründer Hans Liebherr eine Ansiedlung schmackhaft) ist Liebherr auch sehr stark in Tirol vertreten: 1976 ging das Raupenwerk in Telfs in Betrieb, 1980 eröffnete das Kühlgerätewerk in Lienz und 1985 dann das Interalpen-Hotel in Telfs-Buchen, das erste 5-Sterne-Superior-Haus Tirols, das mit 600 Betten bis heute das größte Hotel im Land ist.

Insgesamt haben die drei Tiroler Liebherr-Standorte im Vorjahr den vorangegangenen Rekordumsatz von 579,4 Mio. Euro etwas übertroffen, genaue Zahlen zu Einzelgesellschaften werden aber nicht mehr genannt. Der Personalstand der drei Gesellschaften stieg insgesamt ganz leicht von 2440 auf 2447 an.

Die Liebherr-Hausgeräte Lienz konnte den Umsatz (zuvor 266,5 Mio. Euro) etwas steigern. Zum Jahresende beschäftigte die Gesellschaft 1354 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und lag damit über dem Vorjahresniveau. Im Vorjahr habe man zahlreiche Auszeichnungen für Produktinnovationen bekommen, heißt es. Wegen der Corona-Krise wurde der Betrieb in ­Lienz im März für drei Wochen stark eingeschränkt. Seit dem 6. April werde auf Basis der getroffenen Sicherheits- und Hygiene-Vorkehrungen der Betrieb wieder schrittweise hochgefahren. Die Nachfrage vonseiten des Handels und der Konsumenten sei vergleichsweise gut geblieben.

Das Liebherr-Werk Telfs konnte den Umsatz nach einem kräftigen Sprung 2018 von 201 auf 288 Mio. Euro im Vorjahr stabil halten. Das Unternehmen beschäftigte zum Jahresende mit 790 um 51 Mitarbeiter zusätzlich. Erstmals wurden mehr als 1000 Teleskoplader aus der Produktion in Telfs innerhalb eines Geschäftsjahres weltweit abgesetzt, neu präsentiert wurde die Planierraupengeneration 8 mit serienmäßigen Assistenzsystemen. Auch das Liebherr-Werk Telfs ist seit dem 17. März in Kurzarbeit. Man habe aber die Produktion seit dem 27. April wieder sukzessive auf eine Drei- bzw. Viertagewoche hochgefahren.

Das Interalpen-Hotel Tyrol habe 2019 den dritthöchsten Umsatz in der Unternehmensgeschichte trotz reduzierter Öffnungstage im Vergleich zu den Vorjahren erzielt (zuletzt 24,9 Mio. Euro). Zum Jahresende hatte das Luxushotel 303 Beschäftigte. In einer dreimonatigen Saisonpause wurden in der obersten Etage sieben exklusive Panorama-Suiten mit „modern-alpinem Chic und Exklusivität“ realisiert, wie Liebherr mitteilt. Aufgrund des Coronavirus und der damit verbundenen Reise- und Ausgangbeschränkungen in weiten Teilen Europas und der Welt habe man einen Teil der Mitarbeiter vorübergehend in Kurzarbeit geschickt. Die offizielle Wiederöffnung der Hotels in Österreich ist für Ende Mai geplant. Aufgrund des hohen Gästeanteils aus Deutschland ist man froh über die angekündigte Grenzöffnung zu Deutschland am 15. Juni.


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