Tirols Motorsport-Aushängeschild Auer: „Ich war noch nie so fit wie jetzt“

Die schwer in der Krise steckende DTM versucht im Juni den Neustart: Für Lucas Auer beginnt damit das Abenteuer BMW und der Kampf um die Zukunft.

Lucas Auer steht vor einer richtungsweisenden Saison.
© BMW Motorsports

Von Daniel Suckert

Innsbruck – Gut gelaunt und voller Tatendrang erreichte die TT das rotweißrote PS-Aushängeschild Lucas Auer am gestrigen Feiertag. Dass das Deutsche Tourenwagen Masters (DTM) vom 8. bis zum 11. Juni mit den ersten Testfahrten am Nürburgring den Start in die heurige Saison feiert, ließ nicht nur den Kufsteiner mit großer Vorfreude lächeln.

„Ich kann es kaum mehr erwarten und ich muss sagen, ich war in meiner gesamten Karriere noch nie so fit wie jetzt“, sprudelte es aus dem BMW-Piloten heraus. „Keine Reisestrapazen, genügend Zeit zur Erholung und zur Vorbereitung – die Auszeit habe ich gut nützen können. Physisch, aber auch die Hand-Auge-Kopf-Koordination habe ich mit dem Simulator gut trainiert. Aber das wird bei der Konkurrenz nicht anders aussehen.“

Das altbekannte Feuer lodert schon. Für Auer wird es das erste Mal sein, dass er in seinem neuen Arbeitsgerät Platz nehmen darf. Auer: „Ich werde überhaupt das erste Mal wieder in einem DTM-Auto sitzen.“ Vier Saisonen lang (2015–18) trat der 25-Jährige in einem Tourenwagen-Boliden aufs Gaspedal. Damals noch für Mercedes – das Jahr 2017 war das erfolgreichste. In dem kämpfte Auer bis zum Schluss um den Titel.

Im Vorjahr folgte der Abstecher nach Japan, um in der Super Formula noch einmal den Angriff Richtung Formel 1 zu wagen. Der Kampf um die nötigen Super-Lizenz-Punkte brachte das ein oder andere Highlight, in Summe war es dann als Red-Bull-Junior aber zu wenig. Schnee von gestern – nun heißt es wieder zurück zum Tourenwagen-Masters. Am Tableau steht die offene Mission, vielleicht mit BMW nun den Meistertitel einfahren zu können.

Der BMW-Bolide stellt das neue Arbeitsgerät für den Tiroler Lucas Auer in seiner fünften DTM-Saison dar.
© BMW Motorsports

Die Tests im Juni finden natürlich unter höchsten Hygieneregeln statt. Und sollen die Basis für einen Saisonstart am 12. Juli auf dem Norisring darstellen. Ein neuer Rennkalender wird bald präsentiert, wie die DTM verkündete. Die Rennen werden allerdings nur unter Ausschluss der Öffentlichkeit über die Bühne gehen. Ähnlich wie in der Königsklasse auf vier Rädern und der MotoGP stehen „Geisterrennen“ auf dem Programm.

An die wird man sich erst gewöhnen müssen, wie Auers BMW-Kollege Timo Glock vor Kurzem erklärte: „Die DTM ist so eng mit den Fans verbunden. Wenn du dich im Fahrerlager bewegst, sind wir im ständigen Kontakt mit den Anhängern. Das wird ein sehr steriles und eigenartiges Gefühl werden.“ Am Ende des Tages sind aber alle froh, dass es losgeht. „Das ist alles, was zählt, mehr gibt es nicht zu sagen“, erklärte Auer angriffslustig.


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