Treffen von Vertretern der Kulturbranche: Die Politik kam zum Zuhören

Staatssekretärin Andrea Mayer traf sich gestern mit Vertretern der Kulturbranche, um den Rahmen weiterer Lockerungen zu besprechen.

Gefragte Gesprächspartnerin: Staatssekretärin Andrea Mayer mit Herbert Föttinger, Direktor des Theaters in der Josefstadt.
© APA

Wien – Das Gelingen eines Gesprächs ist immer auch eine Frage des Gefühls. Und hier können selbst kleine Veränderungen Wirkung zeigen. Andrea Mayer, frisch angelobte und mit vielen Vorschusslorbeeren bedachte Staatssekretärin für Kunst und Kultur, sprach zuletzt nie von „Förderungen und Subventionen“ für die Kultur, sondern von deren Finanzierung. Damit wolle sie unterstreichen, dass „auf Augenhöhe“ gesprochen wird. Zuletzt hatten Kulturschaffende immer wieder gefordert, nicht als auf Almosen hoffende Bittsteller behandelt zu werden. Das, so scheint es, ist mittlerweile angekommen.

Gestern Nachmittag wollte Mayer aber weniger reden, „sondern zuhören“. Das jedenfalls kündigte die Staatssekretärin vor dem kurzfristig anberaumten Treffen mit rund 40 Vertretern der heimischen Kulturbranche an: „Wir wollen ganz genau wissen, was die Branche braucht.“ Neben Mayer und dem formell für die Kultur zuständigen Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) nahmen unter anderem Burgtheater-Direktor Martin Kusej, Josefstadt-Chef Herbert Föttinger, aber auch Bernhard Rinner vom Österreichischen Theatererhalterverband, dem auch das Tiroler Landestheater angehört, an der Besprechung teil. Zentrales Thema war, was Anfang kommender Woche als Verordnung in Kraft treten soll: die Rahmenbedingungen für weitere Lockerungen im Proben- und Veranstaltungsbereich.

Der grundsätzliche Stufenplan dafür steht bereits. Ab 29. Mai sind – wie berichtet – Veranstaltungen mit bis zu 100 Besuchern möglich. Bis Anfang August sollen zwischen 500 und – bei vorliegendem Gesundheitskonzept – 1000 Zuschauer erlaubt sein. Dass es dazu Fragen gebe, sei klar, so Mayer. Deshalb habe sie dieses Treffen angestrebt. Das nun in „von gegenseitiger Wertschätzung geprägter“ Runde besprochene wolle sie mitnehmen, um „über das Wochenende in enger Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsressort möglichst praktikable und umsetzbare Regelungen“ zu erarbeiten. Präsentiert soll der weitere Kulturfahrplan am Montag werden.

Insgesamt falle das Fazit ihres ersten Arbeitstreffens als Kulturstaatssekretärin positiv aus, so Andrea Mayer. „Die Veranstalterinnen und Veranstalter wollen spielen, wir so viel wie unter den nötigen Sicherheitsbestimmungen möglich ist, ermöglichen.“ (jole)


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