Anrainer in Langkampfen fordern Bremse für Raser auf Ortsdurchfahrt

Lkw und große Traktoren verwandeln die Ortsdurchfahrt in Langkampfen in eine Rennstrecke. Ein Flugblatt soll aufrütteln, Radar und Tempolimit sollen einbremsen.

Martin Hirner (links) und Gemeinderat Josef Greiderer machen mit einem Flugblatt auf die Raser aufmerksam.
© Otter

Von Wolfgang Otter

Langkampfen – Es ist ein drastisches Flugblatt, das derzeit in Niederbreitenbach und darüber hinaus die Runde macht. Darauf zu sehen ist ein Teddybär mit roten Flecken, unterlegt mit den Sätzen: „Das könnte dein Kind sein. Fuß vom Gas in Niederbreitenbach.“ Urheber des Aufrufs und Blattes ist Martin Hirner, Wirtschaftskammerobmann im Bezirk Kufstein und ehemaliger Vizebürgermeister der Gemeinde Langkampfen. Er lebt an der L211 und beobachtet dort auch die Verkehrsentwicklung. „Die Unternehmer müssen fahren, das ist mir klar und ich begrüße es, wenn gearbeitet wird. Aber bitte mit Disziplin“, sagt er.

Hintergrund sind immer mehr Fahrten in Richtung Mariastein von Lkw und Traktoren mit Anhängern. Zum einen wurde eine Altholzaufbereitungsanlage an der L211 errichtet, außerdem gibt es in der Region Deponien für Erdaushub. Und Josef Greiderer, der für den Ortsteil Niederbreitenbach im Gemeinderat sitzt, fürchtet sich vor noch mehr Verkehr. So sind in Angerberg weitere Deponien geplant, wie er gehört habe.

Es ist nicht nur die Anzahl der Fahrten, die stört. Sondern besonders die Geschwindigkeit der Fahrzeuge. „Es gibt auch sehr disziplinierte Fahrer, aber auch Raser. Von denen kannst du dir noch einen Vogel zeigen lassen, wenn du sie per Handzeichen zu einer langsameren Geschwindigkeit aufforderst“, sagt Hirner. „In unserer Nachbarschaft leben viele Familien mit kleinen Kindern“, so Hirner. Um auf diese Gefahr aufmerksam zu machen, ließ er das drastische Flugbatt entwerfen und verteilte es in Betrieben im Ort.

Greiderer brachte das Thema auch auf den Tisch des Gemeinderates. Eine Besserung könnte eine so genannte Smiley-Tafel bringen. Bürgermeister Andreas Ehrenstrasser informierte, dass zwei dieser Tafeln, die disziplinierte Autofahrer mit einem Lächeln belohnt, im Budget eingeplant sind und demnächst bestellt werden. Für Greiderer ist das zu wenig. Notwendig wäre ein Radarkasten und eine Tempo-40-Beschränkung. BM Ehrenstrasser setzt auf die Geschwindigkeitsanzeigen und Hinweistafeln und Aufrufe, „das ist ohne Verordnung möglich“. Was die Radarkästen anbelangt, gebe es für das gesamte Gemeindegebiet keine Genehmigung vom Land Tirol. Laut Ortschef hat man zu wenige gefährliche Abschnitte gefunden, die die Umsetzung eines Radaranlagenkonzeptes ermöglichen. Wegen Tempo 40 werde man noch Gespräche führen.

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