AK fordert vom Bund ein Lehrlings-Paket

Laut Arbeiterkammer suchen mehr als 22.000 Lehrlinge eine Lehrstelle – dreimal so viele wie offiziell angegeben.
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Wien – Die Arbeiterkammer (AK) fordert die Regierung dringend dazu auf, ein Maßnahmenpaket für die Lehre umzusetzen. Derzeit suchten nämlich insgesamt 22.768 junge Menschen eine Lehrstelle – das seien fast dreimal so viele wie offiziell angegeben. Zu den offiziell 8366 suchend Gemeldeten kämen nämlich 4339 in Schulungen und 10.063 in überbetrieblichen Ausbildungsstätten. Offene Stellen gemeldet seien aber nur 4561. Die Lücke sei zuletzt 2010 so groß gewesen.

„Der Bund muss ein Maßnahmenpaket schnüren, damit die Jungen trotz Corona-Krise einen Lehrplatz bekommen“, fordert AK-Präsidentin Renate Anderl: „Der Bund muss ausreichend Budget für genügend überbetriebliche Ausbildungsplätze garantieren. Und alle von der Krise betroffenen Firmen sollen auch für ihre Lehrlinge Kurzarbeit beantragen.“

„Besonders dramatisch“ sei, dass der Bund erst unlängst die Träger der überbetrieblichen Ausbildung verpflichtet habe, ihre Lehrlinge schnellstens in einen Betrieb zu vermitteln. „Aber wie soll das gehen?“, fragt Anderl. „Die Pflicht, überbetriebliche Lehrlinge unbedingt in einen Betrieb zu vermitteln, muss zumindest während der Corona-Krise und der danach drohenden Wirtschaftskrise gelockert werden.“ Zusätzlich müsse ausreichend Budget für genügend überbetriebliche Ausbildungsplätze garantiert werden. „Und bei staatlichen Hilfspaketen für Unternehmen soll berücksichtigt werden, ob betroffene Firmen Lehrlinge ausbilden“, so Anderl.

Gleichzeitig appelliert sie an alle von der Krise betroffenen Firmen: Statt Lehrverhältnisse zu lösen, sollen sie ihre Lehrlinge in die Kurzarbeit mitnehmen. Dass das geht, haben Arbeiterkammer und Gewerkschaftsbund mit der Wirtschaftskammer ausverhandelt, und der Nationalrat hat es beschlossen. In der AK hätten sich zuletzt immer wieder verzweifelte Familien gemeldet, deren Kind die Lehrstelle verloren habe bzw. es zur einvernehmlichen Lösung des Lehrvertrags gedrängt worden sei. „Jetzt dürfen Bund und Unternehmer keine Jugendlichen auf der Straße stehen lassen, auch im eigenen Interesse“, so Anderl. „Nach der Krise muss unsere Wirtschaft mit Fachkräften durchstarten.“

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Vor einem drohenden Fachkräftemangel warnte gestern auch die Wirtschaftskammer. Der Schulabschlussjahrgang 2020 dürfe nicht jener werden, der als Ausbildungslücke in die Geschichte eingeht. (APA)


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