Trotz Unterricht an Fenstertagen: An den Pfingstferien wird festgehalten

Die Klassenzimmer bleiben am Dienstag nach Pfingsten leer.
© Thomas Böhm

Innsbruck – Die Anregung von Bildungsminister Heinz Faßmann, an den Fenstertagen im Mai (nach Christi Himmelfahrt) sowie im Juni (nach Fronleichnam) zu unterrichten, hatte zur Folge, dass viele Eltern annahmen, dass diese Regelung auch auf den Dienstag nach Pfingsten (2. Juni) zutreffe. Die Schulen bleiben jedoch geschlossen, wie Tirols Bildungsdirektor Paul Gappmaier erklärt: „Hierbei handelt es sich um einen gesetzlichen freien Tag. Im Unterschied dazu sind diese beiden Fenstertage im Mai und Juni schulautonome Tage. Dies wurde miteinander beschlossen, jedoch nicht per Gesetz oder Verordnung.“

Über eine Abfrage haben sich österreichweit über 90 Prozent der Schulen, die in der abgelaufenen Woche wieder den Schulbetrieb aufgenommen haben, bereit erklärt, an den Fenstertagen Unterricht bzw. Betreuung anzubieten. Zudem haben von 70 Tiroler Schulen, die noch Sonderferien offen gehabt hätten, 60 beschlossen, darauf zu verzichten. „Bei einer Themensitzung im Ministerium haben wir auch angefragt, ob wir für den Dienstag nach Pfingsten ebenfalls eine Abfrage machen, ob die Schulen aufsperren“, so Gappmaier. Dies sei jedoch abgelehnt worden, da man den gesetzlich freien Tag nicht antasten wollte. Nachsatz: „Ich wäre froh um jeden Unterrichtstag, da es nur noch wenige Tage bis zu den Ferien sind.“

Für Landesrätin Beate Palfrader ist die Sache damit vom Tisch: „Die Schulzeitregelung ist Bundessache. Wir können nicht einfach gesetzlich geregelte Feiertage aufheben.“ Auch das Argument, dass viel Unterrichtszeit verpasst wurde, will Palfrader nicht gelten lassen: „So viel frei hat keiner gehabt. Alle Schulen waren in Betrieb durch ,Home- schooling‘. Entstandene Wissenslücken können an diesem einen Tag auch nicht aufgeholt werden.“ Dies soll durch eine so genannte Sommerschule nachgeholt werden.

Für viele Eltern steht etwas anderes im Fokus. „Die Eltern haben in den letzten Wochen sehr viel Zeit aufgewendet, um die Betreuung ihrer Kinder zu sichern. Dadurch haben sie auch weniger Urlaub, die großen Ferien stehen erst an. Natürlich wäre dieser Tag eine Entlastung“, gibt Christoph Drexler, Obmann des Landeselternverbandes, zu bedenken. Dennoch will Drexler keine weiteren Schritte einleiten.

Pfingstferien gibt’s übrigens ein letztes Mal in dieser Form. Denn ab kommendem Schuljahr sind bundesweite Herbstferien beschlossene Sache, dafür wird u. a. der Dienstag nach Pfingsten ein so genannter Einbringungstag. An acht Tiroler Schulen ist dies heuer schon der Fall – dort wird am 2. Juni der Unterricht planmäßig stattfinden. (m.l.)


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