Fünf Millionen Tiroler Nächtigungen fielen weg

Die Corona-bedingte Sperre der Tourismusbetriebe ab Mitte März hat die Nächtigungen in der abgelaufenen Wintersaison um fast ein Fünftel abstürzen lassen.

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Innsbruck, Wien – Bis zum abrupten Ende Mitte März steuerten der heimische Tourismus und die Seilbahnbranche auch dank hervorragender Schneebedingungen auf absolutem Rekordkurs. Der Fast-Totalausfall von eineinhalb Monaten (inklusive der stets starken Osterwoche) ließ die Bilanzen aber regelrecht einbrechen. In Tirol fiel die Zahl der Ankünfte um fast 19,9 Prozent auf 4,98 Millionen und jene der Nächtigungen für die gesamte Wintersaison (November bis April) um 16,6 Prozent auf 22,93 Millionen – der tiefste Stand seit dem Jahr 2000. Zu Buche steht wegen Corona ein Nächtigungsminus um 4,8 Millionen – und inklusive der vorangegangenen Zuwächse sogar von klar über 5 Millionen.

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Österreichweit ist die Zahl der Nächtigungen in der Wintersaison um 18,1 Prozent auf 59,72 Millionen abgestürzt. Die diesjährige Zahl der Übernachtungen entspreche in etwa jener der Wintersaison 2006/07, teilte die Statistik Austria mit.

Den stärksten prozentuellen Rückgang gab es von November bis April im Burgenland (minus 29,7 Prozent) und in Wien (minus 27,6 Prozent), den noch relativ geringsten in Salzburg sowie Kärnten (jeweils minus 14,2 Prozent).

Nach Herkunftsländern betrachtet fiel der Rückgang der Übernachtungen von November bis April unterschiedlich aus, Deutschland (minus 17 Prozent), Niederlande (minus 8,8 Prozent), Großbritannien (minus 23,3 Prozent), Schweiz und Liechtenstein (minus 21,1 Prozent) und die Tschechische Republik (minus 15 Prozent).

Aufgrund der Grenz- und Betriebsschließungen stürzte die Zahl der Nächtigungen von Touristen im April im Vergleich zum Vorjahresmonat um 96,5 Prozent auf rund 287.000 Nächtigungen ab. In Tirol lag das Minus im April bei 98,5 Prozent. Ab heute Freitag (siehe auch Seiten 1 und 2) dürfen in Österreich Hotels und Pensionen wieder aufsperren. Bis auf Weiteres sind aber auch hier Hygiene-Vorgaben und Abstandsregeln einzuhalten. Nur knapp die Hälfte der Hotels wird aber bereits aufsperren, erwartet die Wirtschaftskammer Österreich. Der Verlauf der Sommersaison ist noch unklar, vieles wird von der Frage der Grenzöffnungen und der Urlaubsfreude der Gäste abhängen. Tirol hatte im Vorjahr 22,16 Mio. Sommernächtigungen. (va, APA)


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