Galerie im Polylog: Licht als Medium subtiler Umhüllung

© biedermann

Von Edith Schlocker

Wörgl – Er habe Friedrich Biedermann schon lange im Visier, sagt Günther Moschig, der rührige „Motor“ der Galerie im Polylog, dem es immer wieder gelingt, interessante, aber hierzulande relativ unbekannte künstlerische Positionen an Land zu ziehen. Wie den gebürtigen Hopfgartner, der bei Brigitte Kowanz an der Wiener Angewandten transmediale Kunst studiert hat. Licht ist das zentrale Medium des inzwischen 45-Jährigen, was ihm als ursprünglich gelerntem Elektriker naturgemäß entgegenkommt.

Es sind Fragen der Wahrnehmung, die den in Wien lebenden Künstler interessieren, in der Hoffnung, auf diese Weise Existenzielles über das Sein zu erfahren. Indem Biedermann etwa mit Licht „zeichnet“ oder Skulpturen mit diesem durchpulst, unterstützt gern durch Spiegel als raumgreifende Multiplikatoren. Um sich über ganze Wände auszubreiten, den Betrachter umhüllend, ihn zum integralen Teil der Installation machend.

Es ist ein raffiniertes Spiel mit Farben, Linien und Formen, das Friedrich Biedermann in seinem komplexen Tun zelebriert, bei dem er sich auch gern banaler Fundstücke, etwa eines Einkaufswagens, bedient. Verdichtet zu schrägen, verquer poetisch, bisweilen fast organisch anmutenden Assemblagen, die mit den Jahren allerdings formal immer klarer, minimalistischer werden.

Raum zwei der Galerie im Polylog ist komplett in violettes Licht getaucht. Je nach Standort des Betrachters kommen die von Friedrich Biedermann virtuell mit Licht skulptural inszenierten Wände ständig anders daher. Raffiniert spielend mit der Wahrnehmung des in dieses Setting geworfenen Betrachters, der sich selbst immer wieder in Spiegeln findet, um auf diese Weise gleichzeitig zum Bild wie Bildbetrachter zu werden.

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