Swarovski verlängert Kurzarbeit bis Mitte September — mit neuen Regeln

Der Kristallkonzern will für die meisten der 4800 Mitarbeiter am Standort Wattens die Kurzarbeit bis Mitte September ausweiten. Es gelten nun neue Regeln.

Tausende Swarovski-Mitarbeiter bleiben in Kurzarbeit.
© Foto TT/Rudy De Moor

Von Max Strozzi

Wattens – Swarovski verhandelt gerade darüber, seine ursprünglich bis 19. Juni dauernde Kurzarbeit um drei Monate bis Mitte September zu verlängern. Das bestätigten gestern auf TT-Nachfrage sowohl der Kristallkonzern wie auch Arbeiter-Betriebsratschef Ernst Daberto. Davon betroffen ist laut dem Konzern der Großteil der 4800 Mitarbeiter am Standort Wattens.

Die dafür nötigen Voraussetzungen haben gestern die Sozialpartner – Arbeiterkammer, ÖGB und Wirtschaftskammer – fixiert. So kann der Arbeitgeber nun unter bestimmten Voraussetzungen eine höhere Arbeitszeit anordnen als grundsätzlich vereinbart. In der neuen Vereinbarung ist Arbeit auf Abruf aber dezidiert verboten, Arbeitgeber müssen mindestens drei Tage im Voraus bekannt geben, dass sie höhere Arbeitszeiten benötigen werden. Unternehmen müssten künftig aber nicht mehr die Sozialpartner bei Arbeitszeitänderungen verständigen.

Mit Zustimmung der Gewerkschaft oder des AMS-Regionalbeirats kann die Behaltepflicht von einem Monat nach der Kurzarbeit entfallen. Die Berechnung der Kurzarbeit soll einfacher werden – dieser Punkt sorgte seit dem Start der Corona-Kurzarbeit für viel Kritik und Chaos-Vorwürfe gegen die Regierung, weil den Unternehmen und Steuerberatern die Abrechnungsmodalitäten zum Teil bis heute noch nicht klar mitgeteilt wurden.

Mit dem weltweiten Herunterfahren der Wirtschaft in vielen Ländern und dem damit verbundenen Einbruch des Tourismus ist auch das Kristallgeschäft in den Swarovski-Shops, die weltweit viele Einkaufsstraßen säumen, eingebrochen.

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Bereits vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie hatte Swarovski in Wattens einen radikalen Sparkurs ausgerufen, bei dem in mehreren Etappen bis zu 1000 Jobs in Wattens gestrichen und bis Ende 2021 ein Drittel der Produktion von Wattens ins Ausland verlagert werden soll.

Gebrodelt hat es auch in der Konzernspitze. Wie berichtet, schied Konzernsprecher Markus Langes-Swarovski nach über 18 Jahren aus dem Executive Board, dem operativen Führungsgremium bei Swarovski, aus und wirkt seither als Beirat und Präsident des Verwaltungsrats an der Unternehmenszukunft mit.


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