Gasthof in Hippach nach Coronafall: „Wir lassen uns nicht unterkriegen“

Der Zillertaler Gasthof Hubertus wurde komplett desinfiziert. Doch mittlerweile hat sich die Aufregung gelegt. Die Wirtsleute sind optimistisch.

Mit speziellem Gerät wurde der Gasthof Hubertus desinfiziert.
© DAKA

Hippach – Alle Luftdurchlässe wurden abgeklebt. Feiner, trockener Nebel aus Wasserstoffperoxid (H2O2) verteilt sich im ganzen Raum. Er dringt in alle Bereiche vor, selbst durch Textilien. Das H2O2 zersetzt sich dann zu Wasser und Sauerstoff. Eine abschließende Messung zeigt, ob der Raum wieder freigegeben werden kann. Alles klar, der Mann in der Schutzmontur nickt. Die Küche ist sauber und vor allem keimfrei. Denn vor Kurzem musste das Gasthaus Hubertus in Hippach dichtmachen. Einer der Mitarbeiter wurde positiv auf das Coronavirus getestet. Ein Schock für Inhaber und Arbeitskollegen.

Doch mittlerweile hat sich die Aufregung gelegt. „Es geht uns allen gut“, sagt Chefin Regina Troppmair. Wie berichtet, sind die Tests aller Kontaktpersonen negativ. Gestern wurde zudem das gesamte Gebäude von der Schwazer Firma Daka umfassend desinfiziert. Chef Matthias Zitterbart war selbst vor Ort und verfolgte das Ultraschallverfahren zur Vernichtung der Viren mit.

Ein wichtiger Schritt für die Zillertaler Wirtsleute. Sie wollen wieder zur Normalität zurückkehren. Aber das sei gar nicht so einfach. „Ich verstehe gar nicht, warum nun schon dreimal seitens des Landes der Aufruf erfolgte, dass sich Kontaktpersonen melden sollen. Es waren bisher nur Stammgäste bei uns zum Essen da. Die wurden alle verständigt. Und auch alle anderen Kontaktpersonen wurden getestet. Jetzt fühlt es sich nur noch wie Angstmache an“, sagt Troppmair. Und genau das sei unnötig. Alles laufe wie vorgeschrieben und man sei sehr froh, dass niemand angesteckt worden ist. Sie habe den Fall auch offen und ehrlich kommuniziert, damit jene Gäste, die Urlaub in der Pension gebucht haben, Bescheid wissen. „Sie kommen trotzdem. Diese positive Rückmeldung tut uns gut. Wir wollen uns ja nicht wie Aussätzige fühlen“, sagt sie. Es hätte ja auch andere Gasthäuser treffen können.

„Ob wieder Leute kommen oder Angst haben, wissen wir nicht. Aber wir lassen uns nicht unterkriegen und sperren nächsten Montag wieder auf“, sagt die Wirtin. (emf)


Kommentieren


Schlagworte