BVB - Bayern: Schlüsselspiel vor den Augen der Fußballwelt

Zweiter gegen Erster, beide Teams in starker Verfassung - der Schlager zwischen Borussia Dortmund und Bayern München am Dienstag (18.30) elektrisiert Fußball-Deutschland - und wegen Corona die ganze Fußballwelt. Will der BVB, derzeit vier Punkte hinter David Alaba und Co., seine Titelchance wahren, ist ein Sieg wohl Pflicht.

Die Deutsche Liga (DFL) hofft nicht nur auf einen sportlichen Hit, sondern auch einen internationalen PR-Coup: Schließlich wird die Partie konkurrenzlos in die europäischen Wohnzimmer übertragen, während andere Top-Ligen wie die in England oder Spanien noch pausieren. Laut DFL ist das Duell in etwas mehr als 200 FIFA-Mitgliedsländern live oder zeitversetzt zu sehen.

Wie für die meisten Beobachter wird das Gigantentreffen auch für BVB-Sportdirektor Michael Zorc zu einem Schlüsselspiel im Titelkampf: „Da braucht man kein allzu großer Prophet zu sein. Wenn wir um die Meisterschaft weiter mitspielen wollen, sollten wir gewinnen.“ Bayern-Coach Hansi Flick dagegen würde selbst bei einem Münchner Erfolg und dann sieben Punkten Vorsprung nicht von einer Vorentscheidung sprechen wollen. Auch dann seien in sechs Partien immer noch „genügend Punkte zu verteilen“, wie er am Montag sagte.

Nach jeweils neun Siegen in den bisherigen zehn Rückrundenspielen gehen die Dauerrivalen voller Selbstvertrauen in die Partie. Zudem präsentierten sich beide Teams zuletzt in Torlaune. 80 Treffer nach 27 Spieltagen sind den Bayern zuvor noch nie gelungen. Und auch der BVB sorgt mit 74 Toren zu diesem Zeitpunkt für einen Clubrekord.

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Ermutigt durch den jüngsten Aufwärtstrend erwartet BVB-Coach Lucien Favre deutlich mehr Gegenwehr seines Teams als beim ernüchternden 0:4 in der Hinrunde. „Wir sind besser geworden. Wir spielen mit einem anderen System, das besser für unseren Kader ist. Und wir haben im Winter zwei Spieler verpflichtet und haben eine andere Präsenz“, sagte der Schweizer mit Verweis auf die so wirkungsvollen Transfers von Ex-Salzburger Erling Haaland und Emre Can.

Flick hob das Duo bei seiner Video-Pressekonferenz am Montag ebenfalls hervor, als er über „eine andere Mannschaft“ des BVB sprach. Flick erwartet „ein schönes Spiel, ein Spiel, das wir uns alle wünschen. Man misst sich mit den Besten.“ Die erfahrenen Titelsammler aus München lieben solche Fußballabende, auch wenn diesmal, so Flick, „die Zuschauer fehlen, ohne Frage“. Die Motivation werde trotzdem am oberen Limit sein.

Als Handicap für den BVB könnte sich erweisen, dass die Gelbe Wand erneut grau bleibt. Doch schon beim 4:0 im Revierderby gegen Schalke gelang der Nachweis, dass im größten Bundesliga-Stadion auch vor leeren Rängen hohe Spielkultur möglich ist. „Emotional ist es sicher anders als sonst - ohne Zuschauer. Es kommt wieder auf die Werte an, die wir schon in den vergangenen beiden Spielen ganz gut auf den Platz bekommen haben“, sagte Zorc. Gut für den BVB ist zudem die Nachricht, dass der angeschlagene Abwehrchef Mats Hummels „zu 99 Prozent“ dabei sein kann, wie Favre berichtete.

Doch auch die Bayern haben die Corona-Pause ohne sichtbaren Substanzverlust überstanden. Nach zwei Erfolgen bei Union Berlin (2:0) und Eintracht Frankfurt (5:2) steuern sie weiter unbeirrt auf Meisterkurs. In der Abwehr ist Jerome Boateng wieder „einsatzfähig“, wie Flick mitteilte. Mittelfeldspieler Thiago fällt dagegen erneut aus. Flick könnte übrigens gut damit leben, wenn das erhoffte und von vielen sogar erwartete Spektakel im Signal Iduna Park ausbliebe: „Wenn wir hinten die Null stehen haben, bin ich zufrieden.“


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