Innsbrucker Festwochen: Möglichkeiten im Mixer

Für das Team der Innsbrucker Festwochen stehen arbeitsreiche Tage an. Bis Anfang Juni soll klar sein, welche Veranstaltungen heuer angeboten werden können.

„Ein Sommer ohne Festwochen war nicht unwahrscheinlich. Jetzt ist klar: Wir werden Programm anbieten", sagt Eva-Maria Sens
© Linda Rieser

Von Joachim Leitner

Innsbruck – Am Montag kündigten Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) und Kulturstaatsekretärin Andrea Mayer weitere Lockerungen für den Veranstaltungsbetrieb an. Schriftlich liegt die Verordnung aber noch nicht vor. Am Freitag tritt sie in Kraft. Bis dahin könnte es also noch dauern, bis Kunst- und Kulturschaffende alle Details auch auch schwarz auf weiß nachlesen und deren Umsetzung in Angriff nehmen können.

Für die Innsbrucker Festwochen der Alten Musik drängt die Zeit. Im August soll das traditionsreiche Festival für barocke Musik stattfinden. „Wir werden Programm anbieten“, sagt Betriebsdirektorin Eva-Maria Sens. Normalerweise haben die Festwochen lange Planungs- und Vorlaufzeiten. „Von den ersten Ideen bis zur konkreten Umsetzung können zwei, manchmal auch drei Jahre vergehen“, sagt Sens. Heuer sind es knapp sechs Wochen, um „alles Geplante auf einen Haufen zu werfen und einmal durchzumixen, um herauszufinden, was wo und wie möglich sein wird“, so die Betriebsdirektorin, die die aktuelle Situation mit einem der Leichtathletik entliehenen Bild vergleicht: „Ohne Aufwärmen kriegt man einen Stab in die Hand gedrückt und soll beim ersten Versuch die Fünf-Meter-Marke überspringen.“ Konkrete Details zum heurigen Programm sollen Anfang Juni bekannt gegeben werden.

Bis dahin stehen dem Festwochen-Team um Intendant Alessandro De Marchi, der sich derzeit in Deutschland aufhält, arbeitsreiche Tage ins Haus. „Sobald die Verordnung da ist, können wir die bestehenden Sicherheitskonzepte an unseren Spielstätten den neuen Vorgaben anpassen und uns mit den jeweiligen Bezirksbehörden absprechen“, sagt Sens, die sich über die angekündigten Lockerungen „mehr als erfreut“ zeigt. Schließlich sei noch vor wenigen Wochen ein Sommer ohne Festwochen nicht unwahrscheinlich gewesen.

Allerdings werfen die Ankündigungen der Regierung auch neue Fragen auf. Bis vor wenigen Wochen schienen szenische Produktionen, wie die Festwochenoper im Großen Haus des Tiroler Landestheaters, ausgeschlossen. Seit Montag könnte auch darüber wieder nachgedacht werden. Die Hindernisse freilich sind beachtlich: Selbst konzertante Musiktheaterproduktionen lange Vorlaufzeiten. Auch die geltenden Einreisebeschränkungen verhindern viele Vorhaben. Gerade bei den Festwochen sind zahlreiche internationale Künstlerinnen und Künstler engagiert. So kommen zahlreiche Mitglieder des im Vorjahr gegründeten Innsbrucker Festwochenorchesters aus Italien.

TT-ePaper gratis testen und eines von drei E-Bikes gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Jetzt mitmachen
TT ePaper

Bei unbestuhlten Freiluftkonzerten gilt – laut Angaben von Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer – bis August eine maximale Zuschauerzahl von 100 Personen. Ob diese Regelung auch für „begehbare Konzerte“, etwa die bei den Festwochen angedachten Lunch-Konzerte im Hofgarten, gilt, wurde nicht kommuniziert. „Ich gehe davon aus, dass die schriftliche Verordnung hier Klarheit schafft“, sagt Sens, die unterstreicht, dass die Sicherheit, aber auch die gefühlte Sicherheit von Mitarbeitern und Publikum oberstes Gebot bleibt: „Wir bemühen uns nicht nur darum, sichere Veranstaltungen anzubieten, sondern eben auch Veranstaltungen, die das Gefühl vermitteln, dass sie sicher sind.“


Kommentieren


Schlagworte