Umfrage bei Firmenchefs: Krise wird bis Anfang 2021 dauern

Vier von fünf Unternehmen in Österreich sind laut einer Wifo-Befragung von der Corona-Krise negativ betroffen, viele sind in Kurzarbeit.

Vieles wurde nach dem Corona-Lockdown bereits wieder gelockert, das Hochfahren bei Konsum und Investitionen dauert aber noch etwas.
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Wien –Die Hälfte der vom Wifo im Mai befragten 1076 Firmen gab an, dass ihre Geschäftstätigkeit von der Corona-­Pandemie negativ betroffen sei, weitere 30 Prozent sprachen von sehr negativen Auswirkungen. Fast zwei Drittel haben Kurzarbeit angemeldet und jedes fünfte Unternehmen hat geplante Investitionsprojekte gestrichen.

Dabei waren die Folgen für die Bauwirtschaft im Durchschnitt nicht ganz so schlimm wie für die anderen Branchen, Industrieunternehmen (inklusive Gewerbe) berichteten häufiger von sehr negativen Auswirkungen auf ihre Geschäftstätigkeit, obwohl sie im Vergleich zu Dienstleistungsbranchen keine behördlichen Sperrungen hinnehmen mussten.

55 Prozent der befragten Unternehmen sind im Dienstleistungssektor tätig, 28 Prozent in der Sachgütererzeugung und 17 Prozent in der Bauwirtschaft.

Für viele Firmen zu lang

Im Vergleich zu einer ähnlichen Befragung im April zeigen sich laut Wifo bereits erste Auswirkungen der Lockerungen: Mehr Unternehmen berichteten im Mai, dass sie keine oder sogar positive Auswirkungen der Corona-Krise auf ihre Geschäfte spüren würden. Insgesamt haben 41 Prozent der Unternehmen Investitionen verschoben – nämlich 29 Prozent der Baufirmen, 36 Prozent der Dienstleistungsunternehmen und 53 Prozent der Industrieunternehmen. 21 Prozent aller Firmen haben Investitionsprojekte sogar ganz gestrichen.

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Jedes fünfte der befragten Unternehmen hat nach eigenen Angaben staatliche Liquiditätshilfen in Anspruch genommen, auch Kredite wurden verstärkt aufgenommen. Im Durchschnitt wird eine Normalisierung der Geschäftslage nach 7,4 Monaten erwartet. Im besten Fall rechnen die Unternehmen mit einer Normalisierung nach vier Monaten, im schlechtesten Fall erst nach mehr als einem Jahr.

Für viele Firmen dauert das zu lange: Bei sieben Prozent reichen die Liquiditätsreserven nicht einmal für zwei Monat­e, 23 Prozent geben zwei bis vier Monate an und 19 Prozent glauben, vier bis sechs Monate lang durchhalten zu können. Ein Fünftel der Unternehmen hat nach eigenen Angaben Reserven für mehr als ein halbes Jahr, 31 Prozent sehen überhaupt keine Liquiditätsengpässe.

Etwa die Hälfte der Firmen gab an, dass die staatlichen Unterstützungen eine große Hilfe sind (16 Prozent) oder immerhin etwas helfen (34 Prozent). 17 Prozent sagten, dass die Unterstützungen zwar hilfreich seien, aber dennoch nicht ausreichend, um die Situation länger zu überstehen. Neun Prozent antworteten, dass die Staatshilfen ihnen nicht helfen würden und fast ein Viertel braucht nach eigenen Angaben keine Unter­stützung, um die Krise zu überstehen. (TT, APA)


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