Nächster Schritt bei Zulaufstrecke in Bayern

Rosenheim, Innsbruck – Der Brennerbasistunnel verzögert sich bekanntlich und könnte erst 2030 fertig sein. So weit ist man in Bayern noch nicht einmal. Die Zulaufstrecken waren zuletzt das große Sorgenkind. Nun soll bei der Planung der Zuläufe in Bayern aber das nächste Stück vorangehen. Der Münchner Merkur berichtet, dass kommende Woche die Regierung von Oberbayern das Raumordnungsverfahren für fünf bisher nur grob skizzierte Trassen eröffnen wird. Das erfuhr das Blatt aus „sicherer Quelle“.

Diese Grobtrassen mit unterschiedlich langen Tunnelanteilen waren im Sommer 2019 vorgestellt worden. Die Bahn hat sie nun so weit präzisiert, dass sie die Unterlagen zur Prüfung an die Bezirksregierung übergeben konnte. In den nächsten Wochen werden die Pläne auch an die Gemeinden im Inntal verschickt, die sie öffentlich auslegen und als so genannte Träger öffentlicher Belange eine Stellungnahme abgeben können. „Wir hoffen, dass alle fünf Trassen raumverträglich sind“, sagt ein Bahnsprecher dem Münchner Merkur.

Etwa ein halbes Jahr könnte die Prüfung durch die Regierung insgesamt dauern. Anfang 2021 – etwas später als bisher bekannt – will sich die Deutsche Bahn dann auf eine Trasse festlegen und diese dem Bund empfehlen. Parallel dazu wird es eine Untersuchung geben, um die bestehenden zwei Gleise mit dem Zugsicherungssystem ETCS auszustatten. Dann könnten Züge in geringeren Abständen fahren. Bisher sind es maximal 200 Züge an einem Werktag, künftig sollen es bis zu 320 sein.

ÖVP-NR Hermann Gahr thematisierte kürzlich im Nationalrat das Milliardenprojekt und bat Verkehrsministerin Leonore Gewessler um Unterstützung. „Es ist enorm wichtig, dass man in Deutschland und in Brüssel Druck macht, damit die Zulaufstrecken auch zeitgerecht gebaut werden. Sonst kann der Tunnel seine Kapazitäten niemals ausnützen.“ (TT)


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