Tour auf den Hundskopf: Ein luftiger Aussichtsberg

Der Hundskopf hoch über Gnadenwald ist unser Bergtouren-Ziel. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind auf allen Zustiegswegen unabkömmlich.

Ausgesetzt – mit Blick Richtung Vomperloch – ist der Aufstieg über den Felix-Kuen-Klettersteig.
© Hörmann

Gnadenwald – Der 2243 Meter hohe Hundskopf ist der östlichste Gipfel der Gleirsch-Halltal-Kette im Karwendel. Südlich von ihm befindet sich das Inntal, nach Norden hin fällt er mit seiner fast senkrechten Felswand Hunderte Meter furchteinflößend tief ins Vomperloch ab.

Zwar sind es von der Hinterhornalm bis zum Gipfelkreuz des Hundskopfs nur rund 700 Höhenmeter, unterschätzen sollte man diese Bergtour aber nicht.

Warum? Sowohl am Normalweg (Ostgrat) als auch über den kurzen Felix-Kuen-Klettersteig, die zwar beide gut versichert sind, sind Trittsicherheit und Schwindelfreiheit absolut notwendig. Wer diese beiden Voraussetzungen nicht mitbringt, dem ist von dieser Tour abzuraten.

Von St. Martin (Gnadenwald) geht‘s zuerst über die Mautstraße hinauf zur Hinterhornalm.
© Hörmann

Diese Woche nahmen wir die Tour auf den Hundskopf genauer unter die Lupe – als kombinierte „Bike & Hike“- Tour von St. Martin in Gnadenwald aus.

So kommt man hin: Wie so oft, führen viele Wege ans Ziel. Je nach konditioneller Verfassung kann diese Bergtour mit Hilfe der kostenpflichtigen Mautstraße hinauf zur Hinterhornalm (5 Euro) um gut 650 Höhenmeter verkürzt werden. Das heißt, wer auf den Hundskopf will, der radelt entweder die sechs Kilometer über die Asphaltstraße hinauf oder man wandert über Abkürzungen und einen Steig bis zur Alm. Die gemütlichste Anreise ist natürlich mit dem Auto. Ab der Alm geht’s nur noch zu Fuß weiter.

Apropos Hinterhornalm: Seit heuer sind Daniel Jennewein und dessen Freundin Alexandra die neuen Pächter. Neu sind nicht nur die Gastgeber. Die Hinterhornalm wird nämlich umgebaut. Und somit gibt es im Inneren derzeit keinen Gastbetrieb, wie uns Jennewein erklärt.

Auf Speis und Trank muss dennoch nicht verzichtet werden. „Ein mobiler Versorgungswagen sorgt für das leibliche Wohl unserer Gäste. Aber nur bei schönem Wetter“, verrät uns der Gastwirt. Voraussichtlich Anfang August soll die Gaststube in neuem Glanz erscheinen und wieder aufgesperrt werden.

Das Gipfelkreuz des 2243 Meter hohen Hundskopfs.
© Hörmann

Zurück zur Tour: Egal wie man zur Hinterhornalm gekommen ist, nun müssen wir per pedes weiter. Noch ist der Weg einfach, aber wir gewinnen rasch an Höhe. Das Latschenfeld und die Serpentinen in der Schotterreise bringen wir zügig hinter uns.

Ein Tipp: Vor allem bei warmen Temperaturen soll ausreichend Flüssigkeit mitgenommen werden, zumal die Tour eigentlich immer der Sonne ausgesetzt ist. Zumindest am Normalweg.

Wir erreichen einen kleinen Sattel und das Gelände wird zunehmend felsiger, schwieriger und ausgesetzter. Vor allem nach rechts öffnet sich ein imposanter Tiefblick in Richtung Vomperloch.

Wir setzen den Aufstieg fort und jetzt kommen auch die Hände mehr und mehr zum Einsatz. Jetzt hat man die Qual der Wahl. Bei einem großen „Steinmandl“ besteht die Möglichkeit, den Aufstieg rechts haltend über den Felix-Kuen-Klettersteig zu wählen. Links hinauf führt der Normalweg am Ostgrat auf den Hundskopf. Egal wie man sich entscheidet, beide Wege zeigen sich nun ausgesetzt, sind aber immer wieder gut drahtseilversichert.

Absolute Vorsicht ist in Richtung Klettersteig ob der noch vorhandenen Schneefelder geboten. Und ganz ehrlich: Der Zustieg dorthin ist im Moment noch nicht wirklich ratsam. Ansonsten empfiehlt es sich, wenn es die Bedingungen erlauben, über den Klettersteig (B/C) auf- und über den Normalweg abzusteigen. Quasi den Hundskopf als Rundtour zu absolvieren.

Kommt Zeit, kommt Rat. Der Sommer dauert noch lange genug und die Bedingungen werden zunehmend besser. Leider will der Nebel am Gipfel heute nicht richtig verschwinden. Nur gelegentlich blinzelt ein wenig die Sonne durch das Wolkenmeer. An und für sich ist das Panorama am Hundskopf mit Karwendelblick und in Richtung Zillertaler Alpen nämlich äußerst lohnenswert.

Heute soll es nicht sein und das Warten bringt nichts. Deshalb steigen wir ab. Entlang dem luftigen Ostgrat geht’s zurück in Richtung Hinterhornalm und von dort zurück nach St. Martin, zu unserem Ausgangspunkt.

So ehrlich muss man sein: Die Bergtour auf den Hundskopf ist sicherlich nicht jedermanns Sache. Bergerfahren, trittsicher und schwindelfrei muss man definitiv sein. Auf allen Zustiegen. Selbst geübte Kinder sollten eventuell zusätzlich gesichert werden.

Wem die Bergtour zu anspruchsvoll ist, der kann zum Beispiel den Ausblick auf der Hinterhornalm genießen und dort verweilen.

Wer sich aber trotzdem gerne die Beine ein bisschen vertritt, der soll auf einfachen Wegen (ca. 30 Minuten) zur unweit gelegenen Walderalm spazieren. Übrigens, auch dieser Einkehrschwung hat geöffnet. Nur Montag und Dienstag sind Ruhetage. Die Hinterhornalm ist durchgehend geöffnet. Samstag und Sonntag immer von 10 bis 19 Uhr, unter der Woche von 16 bis 20 Uhr. Aber ob des Umbaus eben nur bei schönem Wetter. (flex)

© TT

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