Einkaufslaune hält sich in Grenzen: Tirols Handel will Gutschein für jeden

Um den Konsum in der Corona-Krise anzukurbeln, fordert Handelsobmann Wetscher Einkaufsgutscheine. Pro Person bzw. Familie stellt er sich „50 bis 100 Euro vor“.

Handelsobmann Martin Wetscher (l.) und Wolfgang Feucht (Mode und Sportartikel) wollen die Bevölkerung zum Einkaufen animieren.
© WK-Tirol

Von Verena Langegger

Innsbruck – Das Prinzip Gutscheine, um die Wirtschaft anzukurbeln, ist nicht neu. Der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) will etwa von Mitte Juni bis Mitte September Wirtshausgutscheine an die Bevölkerung ausgeben, um die vom Coronavirus gebeutelte Gastronomie anzukurbeln. Auch Martin Wetscher, Tiroler Handelsobmann, will Gutscheine, sagte er gestern bei einem Online-Pressetermin. Wetscher appelliert an die Tiroler Landesregierung, „der Bevölkerung ein Budget zu geben, um zu konsumieren“. Pro Person bzw. Familie stellt sich Wetscher „50 bis 100 Euro vor“. Diese sollen „aber nur in Tirol ausgegeben werden können“.

Auch Wolfgang Feucht, selbst Inhaber von Modegeschäften und in der Wirtschaftskammer Vertreter des Handels für Mode und Sportartikel, wünscht sich mehr Freude am Einkaufen nach der Corona-Schließung. Gerade der Modehandel sei von der Schließung besonders massiv getroffen. Die Ware sei bestellt, geliefert, bezahlt. „Ohne Einkommen ist die Situation für die Händler aber dramatisch“, sagt er. Auch der Fixkostenzuschuss, eine Corona-Hilfsmaßnahme der Bundesregierung, sei für viele Händler „nur ein Tropfen auf dem heißen Stein“.

Feucht fürchtet Pleitewelle

Feucht fürchtet eine Pleitewelle. Bereits pleite seien Modemarken wie Dressman, Taco, in Schwierigkeiten sei Gerry Weber. Feucht rät auch weiterhin, „lokal und regional“ einzukaufen, um „die Steuern im Land zu behalten“ und davon auch „das Bildungs- und Gesundheitssystem“ zu finanzieren. Die Kampagne „Ja zu Tirol“ sei gut angenommen worden. Nun soll es eine neue „Kauf lokal“-Kampagne geben.

Auch Wetscher ortet trotz Lockerungen noch nicht die richtige Einkaufslaune in der Bevölkerung. Er unterstützt eine baldige Öffnung der Grenzen und wünscht sich ein Aus für die Maskenpflicht. Einen Umbruch im Handel in Richtung Online-Angebote ortet er, jedoch gebe es auch „Zuwächse im stationären Handel“. Der digitale Handel müsse zudem ausgebaut werden. Ob und wann es Gutscheine für die Bevölkerung geben wird, sei noch nicht klar. „Wir sind an der Ausarbeitung dran und werden diese der Landesregierung übermitteln.“

TT-ePaper gratis lesen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Jetzt testen
TT ePaper

Kommentieren


Schlagworte