Leere Zettel abgegeben: Regeln für Matura werden angepasst

Nachdem bei der Deutsch-Matura in 30 Fällen leere Zettel abgegeben wurden, soll für das kommende Schuljahr die Maturabewertung überarbeitet werden.

Bei der Deutsch-Matura gaben österreichweit 30 Schülerinnen und Schüler unbearbeitete Klausuren ab.
© APA

Innsbruck, Wien – Dass sich die heurige Maturanote zu gleichen Teilen aus der Note im Zeugnis und der schriftlichen Klausur in dem Fach zusammensetzt, haben bei der jüngsten Deutsch-Matura am Montag 30 Schülerinnen und Schüler für sich genutzt und leere Zettel abgegeben. Schließlich kann man heuer nicht mehr durchfallen, wenn man in dem Fach im Zeugnis zumindest einen Dreier hat.

Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) will jetzt gegensteuern und die Regeln ändern. Die heurigen Maturaklassen betrifft das nicht mehr, denn: „Im laufenden Prüfungsgeschehen die Spielregeln zu ändern, wäre unfair“, findet Faßmann. Wie die genaue Bewertung ab dem kommenden Schuljahr aussehen wird, ist noch nicht klar: „Die Einbeziehung der Abschlussnoten ist ein Beitrag zu mehr Fairness – wie das passiert, zu welchem Prozentsatz die beiden Faktoren gewichtet werden, muss noch evaluiert werden“, sagt Faßmann. Ebenfalls möglich wäre ein Beibehalten der derzeitigen Regelung ergänzt durch den Ausweis der jeweiligen Zeugnis- bzw. Klausurnote auf dem Maturazeugnis. Und auch eine direkte Sanktionierung der vorzeitigen Maturabeendigung wäre denkbar: Die betroffenen Schüler müssten dann zu einer mündlichen Prüfung antreten.

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Ob es auch in Tirol Fälle gegeben hat, wo Schüler leere Zettel abgegeben haben, ist unklar. Aus der Bildungsdirektion Tirol heißt es dazu, dass man keine Kenntnis von derartigen Vorfällen in Tirol habe. Tirols Landesschulsprecher Leopold Plattner, Maturant am Gymnasium Adolf-Pichler-Platz, begrüßt die von Minister Faßmann angekündigte Überarbeitung der Maturabenotung und spricht sich etwa dafür aus, Noten aus der siebten Klasse einfließen zu lassen.

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Was die leer abgegebenen Deutsch-Klausuren betrifft, meint Plattner: „Ich persönlich kenne niemanden, der das gemacht hat. Es soll österreichweit ungefähr 30 Fälle gegeben haben, im Verhältnis zu insgesamt 40.000 Maturanten sind das wirklich Einzelfälle.“ Daran müsse man sich wirklich nicht aufhängen, meint der Landesschulsprecher. „Es war aufgrund der getroffenen Regelung allerdings vorhersehbar, dass das passieren kann. Jeder, der in der achten Klasse einen Dreier gehabt hat, sollte den Stoff ja ohnehin können.“

Gestern stand mit Mathematik jedenfalls jenes Maturafach auf dem Prüfungsplan, bei dem jedes Jahr die meisten Schüler scheitern. Die neue Regelung mit dem Einbeziehen der Zeugnisnote dürfte hier also den meisten Schülern helfen. Laut Bundesschulsprecherin Jennifer Uzodike von der ÖVP-nahen Schülerunion sei diese „schaffbar, aber definitiv schwieriger als im letzten Jahr“ gewesen. Das hätten Schülervertreter aus AHS wie auch aus BHS rückgemeldet. Aus dem AHS-Bereich habe sie gehört, dass Schüler dort vor allem den zweiten Teil der Matura als besonders schwer empfunden hätten, so Uzodike. Lehrer hätten vereinzelt sogar gemeint, dass dieser vermutlich sogar der schwierigste seit der Einführung der Zentralmatura 2015 gewesen sein könnte. (np, sab, APA)


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